Er nimmt einfach kein Ende. Wie ein Kaugummi zieht sich der erste Monat des Jahres. Die Sonnenstunden reichen zusammengerechnet für eine halbe Juni-Woche. Aber bald haben wir es geschafft. Am Sonnabend ist endlich Schluss. Am Sonntag schlagen wir das neue Kalenderblatt auf. Deshalb wird es heute, am gefühlt 75. Tag des Januars, nun Zeit für den allerersten Jahresrückblick des Jahres. Exklusiv im Politikjournal Rundblick: Was bisher geschah – Niedersachsen-Edition.

Es hat geschneit. Und zwar viel und wiederholt. In mehreren Landkreisen hat das zu Autounfällen und Unterrichtsausfall geführt. Distanzunterricht war eher eine Option, Schlittenfahren hingegen Pflicht. Die Erwachsenen blieben derweil im Homeoffice. In der Justiz hat diese Lage zu erheblichen Verzögerungen geführt. Gitta Connemann saß unterdessen eingeschneit in Hesel fest und erfand den Begriff „Lifestyle-Teilzeit“ – glauben wir zumindest.
Dem Wetter zum Trotz traf sich das Landeskabinett zur Klausurtagung in Adendorf. Das Ergebnis aus Regierungssicht (erheblich gekürzt): stark, gut, bezahlbar, modern, schneller, moderner, leistungsfähig, einfacher und besser, demokratisch, unkompliziert, verlässlich, näher dran, nachhaltig, sichtbar. Und dann war da noch irgendwas mit Landesdenkmalamt.
Eine weitere Botschaft, wenn auch fragwürdig: Zwischen Rot und Grün passt kein Blatt Papier. Das braucht man in Niedersachsen zum Teilen auch nicht mehr. Denn das schriftliche Dividieren wird aus dem Lehrplan gestrichen. Zumindest in der vierten Klasse. Im Parlament hatte die Debatte zur Folge, dass die mathematische Methode ein regelrechtes Revival erlebt hat. Vielleicht folgt bald der Hype auf dem Schulhof? Fragwürdig im Quadrat.
Ab August könnte eine Mathe-AG der Renner im neuen Ganztagsangebot sein. Laut Erlass des Kultusministeriums gehören die MINT-Inhalte genauso zum ganzheitlichen Ganztagsprogramm wie Sport, gesundes Essen und Demokratiebildung. Übrigens: Politische Bildung soll künftig schon ab der Grundschule ein Schulfach sein. So wünscht es sich zumindest der Landesschülerrat. Weihnachten war aber im Dezember.
Zurück zur harten Wirklichkeit. Auch Niedersachsen ist permanenten Cyberattacken ausgesetzt. Die Innenministerin spannt deshalb einen Cyberschutzschirm und nennt ihn nach dem Schild der Athene: Aegis. Einen Schutzschild brauchen auch Niedersachsens Bauern, denn das Mercosur-Abkommen wurde nach einem Vierteljahrhundert der Verhandlung schließlich doch beschlossen. Straßburg will das Ding jetzt aber noch mal nach Luxemburg schicken, worüber man sich in Hannover grün und blau ärgert – nicht zuletzt wegen der Parteigänger, die das im Parlament entschieden haben.
War noch was? Kann schon sein. Jetzt wird es aber Zeit für die aktuellen Themen:
Nach so viel Januar haben wir uns jetzt etwas Februar verdient. Kommen Sie gut rein!
Ihr Niklas Kleinwächter


