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Weil nimmt in der gesamten Windkraftbranche eine große Verunsicherung wahr. „Die ganze Branche geht am Stock und das hat natürlich auch politische Ursachen“, sagte er und sprach sich dafür aus, die aktuellen Streitpunkte umgehend anzugehen, zum Beispiel die Regelung zum Sicherheitsabstand bei Radaranlagen der Deutschen Flugsicherung. Flugsicherung sei ein hohes Gut, aber man werde die Regelungen anschauen und überprüfen müssen. [caption id="attachment_45393" align="alignnone" width="780"]
Stephan Weil nach dem Treffen in der niedersächsischen Staatskanzlei - Foto: MB.[/caption]
Zudem plädierte Weil für einfachere Genehmigungsverfahren und eine Debatte mit Naturschutzorganisationen darüber, wie man Artenschutz und den Aufbau erneuerbarer Energie miteinander verbinden könne. In nahezu drei Viertel aller Klagen gegen Windenergieanlagen geht es um den Artenschutz. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann sagte, Kernpunkt des schleppenden Windkraft-Ausbaus seien die örtlichen Klagen. „Wir sind alle für Windenergie, aber die persönliche Betroffenheit führt oft zur Klage und zur Verhinderung eines solchen Projektes. Das hat in den letzten zwei Jahren massiv zum Einbruch der Windenergiebranche geführt.“ Althusmann warnte davor, die Gesamtverantwortung nur bei der Bundesebene abzuladen. Man dürfe es sich nicht zu einfach machen.
Die Messe ist gelesen. Die Genehmigungsphasen in den Gemeinden dauerten zwischen drei und fünf Jahren, also zu lange.
Für Enercon-Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig kommen mögliche Maßnahmen der Politik, die jetzt angeschoben werden könnten, für die bis zu 3000 Mitarbeiter, deren Arbeitsplätze abgebaut werden sollen, zu spät. „Die Messe ist gelesen. Die Genehmigungsphasen in den Gemeinden dauerten zwischen drei und fünf Jahren, also zu lange“, so Kettwig. Es sei in der Vergangenheit etwas weggebrochen, was man nicht habe auffangen können.
Enercon komme von knapp 2000 Megawatt installierter Leistung im Jahr 2017 auf noch 350 Megawatt in diesem Jahr. „Man hat uns den Stecker gezogen, und wir hatten auch keinen Akku, um das aufzufangen.“ Er warnte auch vor einer schwierigen Situation bei den Zulieferern. Es drohe eine Kettenreaktion. Enercon selbst werde sich nun neu sortieren und zu einem global agierenden Unternehmen werden.


