Brüssel und Berlin machen damit zum wiederholten Male den Fehler, Ziele festzulegen ohne einen Plan zu haben.
Stephan WeilAus dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium hieß es gestern, angesichts der Entscheidungen müsse man zumindest begrüßen, dass es in Niedersachsen zwei Herstellungsstandorte für E-Autos geben werde. Volkswagen will in Emden und Hannover Elektroautos bauen. Das hatte der Konzern in Betriebsversammlungen verkündet. In Emden sollen ab dem Jahr 2022 Elektrofahrzeuge gefertigt werden.FDP-Fraktionsvize Jörg Bode spricht derweil von „politischen Grenzwerten ohne jeden technischen Hintergrund“. „So kann man natürlich eine Kernindustrie in Deutschland auch kaputtmachen“, sagte Bode im Gespräch mit dem Politikjournal Rundblick. Der FDP-Politiker bezeichnete den Plan für mehr Elektromobilität als klimapolitischen Irrweg. „E-Autos weisen vielfach schlechtere Werte aus als ein guter Diesel. Das CO2 wird künftig dann nicht mehr beim Fahren von Benzinern emittiert, sondern beim Bau von Elektroautos. Das bleibt am Ende ein klimapolitisches Nullsummenspiel.“ Man müsse die Frage stellen, ob man nicht gerade in eine politisch vorgegebene Sackgasse laufe, die für den Bestand tausender Arbeitsplätze am Ende fatal sein werde.Möchten Sie den Inhalt von www.facebook.com laden?
Bereits gestern hatte es aus der Wirtschaft in Niedersachsen scharfe Kritik an der Entscheidung gegeben. „Was wir hier uns gerade insgesamt leisten, ist aus industrie- und klimapolitischer Sicht ein Stück aus dem Tollhaus“, sagte Niedersachsenmetall-Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt. „Wir verschärfen auf europäischer Ebene die CO2-Grenzwerte - und gleichzeitig reden wir uns daheim die klimafreundliche Diesel-Technologie kaputt.“ Die beschlossenen Verschärfungen gingen deutlich über das Zumutbare und vor allem Leistbare für Zulieferer und Automobilhersteller hinaus. Schmidt warnte vor negativen Auswirkungen auf Wachstum und Arbeitsplätze.Möchten Sie den Inhalt von www.facebook.com laden?
Für Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, muss die Politik jetzt ihre Hausaufgaben machen. „Wenn sie in der kurzen Zeit überhaupt erreicht werden können, dann nur mit einem sehr ambitionierten Ausbau der Ladeinfrastruktur und intelligenter Förderung von CO2-freier Mobilität.“ Dafür müssten die Regierungen jetzt die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen.Lesen Sie auch: Artikel: Grüne: Land soll 270 neue Autos im Jahr mit E-Antrieb anschaffenArtikel: „Section Control“ bei Hannover ist scharf geschaltet


