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Auslöser war seinerzeit die scharfe Kritik von Grünen-Fraktionschefin Anja Piel an Lies: Dieser sei ein „Ankündigungsminister ohne Durchschlagskraft“, der geplante Übergang habe ein „Geschmäckle“. Schon im August reagierte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) höchst irritiert auf diese von ihm als populistisch empfundene Stellungnahme von Piel. Er forderte eine Entschuldigung.
Ministerpräsident Weil kritisiert die Grünen
An diesem Dienstag nun, bei der ersten Landtagsdebatte über eine „Karenzregel“, flammte dieser Streit von Anfang August noch einmal auf – und zeigte, wie tief verletzt viele in der SPD von der Aussage der Grünen-Fraktionschefin sind. Der Ministerpräsident sagte in seiner Rede, die von den Grünen hervorgehobenen Prinzipien hätten offenbar auch bei den Grünen selbst ihre Grenzen. Damit spielte Weil darauf an, dass anstelle von Lies, der seinerzeit das Angebot ablehnte und dem Kabinett die Treue schwur, die Grünen-Bundestagsabgeordnete Kerstin Andreae an die Spitze des BdEW berufen wurde. Er könne gut verstehen, meinte jetzt Weil, wenn ein Abgeordneter über ein Angebot, die Energiewende an verantwortlicher Stelle und zu vernünftigem Salär mitzugestalten, einen Anlass zum längeren Nachdenken sehe. Wenn man das aber ablehne, müsse man schon „eine besondere Grundsatztreue haben“, und diese sei bei den Landtagsabgeordneten in Niedersachsen offenbar gegeben – „aber schon in den Reihen der Bundestagsabgeordneten nicht mehr“. Kräftiger Applaus der SPD ertönte.
Auch wenn Herr Weil die Marienburg kaufen will, ist Niedersachsen keine Monarchie – und sachliche Kritik an einem Minister wird auch künftig erlaubt sein.
SPD-Fraktionsgeschäftsführer Wiard Siebels meinte wenig später, an die Grünen gewandt: „Man kann sich doch einfach mal entschuldigen.“ Helge Limburg (Grüne) hatte zuvor gesagt. „Auch wenn Herr Weil die Marienburg kaufen will, ist Niedersachsen keine Monarchie – und sachliche Kritik an einem Minister wird auch künftig erlaubt sein.“ Weils Ruf nach einer Entschuldigung habe ihn „amüsiert“, sagte Limburg.


