Die AfD vertritt in vielen Positionen abseitige Haltungen. Oft wird eine bedenkliche Nähe zur rechtsextremer Programmatik erreicht. Damit die Menschen erfahren, was unter AfD-Politik zu verstehen ist, muss man ihr Gelegenheit zur Selbstdarstellung geben.
Soweit, so gut. Die Demonstrationsfreiheit steht im Grundgesetz, und zur Auseinandersetzung gehört es, dass auf Veranstaltungen mit Gegenkundgebungen geantwortet werden kann und soll. Das macht die Lebendigkeit der politischen Debatten aus. Nur muss die Frage erlaubt sein, wie denn vermutlich das ganze heute in Hannover ablaufen wird. Es ist ja nicht das erste Mal, dass die AfD in Niedersachsens Landeshauptstadt zu Veranstaltungen mit Bundesprominenz einlädt, und bisher sind die Gegenaktionen oft nicht so abgelaufen, dass man den AfD-Kritikern vorbildliches Verhalten bescheinigen könnte.
Als sich die AfD im Herbst 2015 hier zum Bundesparteitag versammelte, erklärte Oberbürgermeister Stefan Schostok auf einer Gegendemonstration, an die AfD-Adresse gerichtet: „Wir wollen Sie hier nicht haben!“. Vor knapp einem Jahr, als die AfD-Vorsitzende Frauke Petry in Hannover sprach, störten einige Hundert Gegendemonstranten den Auftritt. Immer dann, wenn die Politikerin am Mikrophon mit einem neuen Satz beginnen wollte, schlugen die Gegendemonstranten auf Trommeln oder pusteten so laut in ihre Trillerpfeifen, dass man Petry nicht mehr verstehen konnte. Viele waren hinterher auch noch stolz auf diese mutige Tat im Kampf um die bedrohte Demokratie.


