Drastischer Personalabbau wahrscheinlich
Nötig wird in beiden Konzepten sehr wahrscheinlich ein drastischer Personalabbau, der über das bisher von der Nord/LB geplante Maß erheblich hinausgeht. Das bisherige Konzept sieht vor, die knapp 6000 Stellen bis Ende 2020 um 1250 Stellen zu verringern. Nach unbestätigten Hinweisen sieht der Plan der Finanzinvestoren einen Kern von 3500 Beschäftigten vor, davon 1500 in den Bereichen, die möglichst an die Sparkassenfamilie veräußert werden sollen. Es wird damit gerechnet, dass diese Ziel-Zahlen mit Empörung von Beschäftigten und Vertretern der Gewerkschaften sorgen. Die spannende Frage ist aber, wie die Zahlen des DSGV-Modells aussehen werden. Falls die Sparkassen und Landesbanken die ernsthafte Absicht verfolgen, die Nord/LB nicht nur in der Not zu stützen, sondern auch ein dauerhaft zukunftsfähiges Reformmodell zu entwerfen, dürften Synergieeffekte und Verlagerungen die zwingende Folge sein. Das heißt, Geschäftsfelder der Nord/LB würden vermutlich auf absehbare Zeit in andere Banken verlagert werden. Auch damit müsste wohl ein drastischer Stellenabbau verbunden sein.Lesen Sie auch: Das Aus für die Nord/LB wäre für das Land wohl die günstigste Lösung
Wie es heißt, haben die Vertreter der Finanzinvestoren auch gestern noch angeboten, ihr eigenes Modell nachzubessern und dem Land Niedersachsen noch weiter entgegenzukommen. Als Pluspunkt wird hervorgehoben, dass die US-Investoren die Nord/LB als solitäre Bank mit Hauptsitz in Hannover dauerhaft halten wollen. Sie würden neben der finanziellen Minderheitsbeteiligung auch anbieten, den Sachverstand von Bankmanagern in die Bank einzubringen und sie zukunftsfähig aufzustellen. Dem gegenüber stehe bei einem rein öffentlich-rechtlichen Modell die Aussicht darauf, dass Hannover als Sitz der Nord/LB nur noch vorübergehend von Gewicht sein wird und Zug um Zug die Entscheidungsgewalt in andere, finanzstärkere Landesbanken (etwa Helaba oder LBBW) abwandern dürfte. Außerdem wird ein Beihilfe-Problem gesehen. Laut EU-Recht werden öffentliche Investitionen in Banken sehr streng bewertet. Die einen sagen, solche würden von der EU nur dann ohne Auflagen genehmigt, wenn das zu Konditionen geschieht, die auch ein Privatinvestor eingehen würde. Andere meinen, öffentliche Investitionen seien nur erlaubt, wenn zugleich auch private Investoren in die Nord/LB einsteigen (wie beim Modell von Cerberus und Centerbridge). Wieder andere sagen, die EU würde ein rein öffentliches Investorenmodell für die Nord/LB nur befürworten, wenn damit glaubhaft das Ziel einer großen Landesbanken-Fusion angepeilt würde. Die Frage wäre dann nur, inwieweit eine solche Neuordnung der Landesbanken mehr wäre als ein bloßes Versprechen.


