12. März 2020
Soziales

„Unser gesellschaftliches Leben wird temporär zum Erliegen kommen“

„Das Ausbreiten weltweit wird sich nicht verhindern lassen“, sagte Claudia Schröder, Leiterin der ressortübergreifenden Corona-Koordinierung, heute im Sozialausschuss des Landtags. Niedersachsen setzt aber alles daran, die Verbreitung des Coronavirus so lange wie möglich hinauszuzögern. Morgen wird zum ersten mal der neue Krisenstab zusammentreten, an dessen Spitze Heiger Scholz, Staatssekretär im Sozialministerium, stehen wird, die Geschäftsführung übernimmt das Innenministerium. https://www.youtube.com/watch?time_continue=3&v=3VJ1l0ZZ-nQ&feature=emb_title Gleichzeitig müssen sich die Niedersachsen auf weitere Verschärfungen der Schutzmaßnahmen einstellen. Man habe bereits Kaskaden vorbereitet, sagte Schröder. „Unser gesellschaftliches Leben wird temporär zum Erliegen kommen“, erklärte Schröder. Sie appellierte an die Kommunen, Veranstaltungen ganz eng und restriktiv zu prüfen und im Zweifel abzusagen. Zudem sollen die Hausärzte darüber informiert werden, Reiserückkehrer aus Österreich auf das Virus zu testen. „Dort zirkuliert das Virus jetzt. Wir sehen die Fallzahlentwicklung in Österreich und gehen davon aus, dass das Land sehr schnell zum Risikogebiet erklärt wird.“ Die Krankenhäuer seien gut vorbereitet. Entscheidend wird dabei sein, die Geschwindigkeit der Ansteckung so lange wie möglich unter Kontrolle zu halten. Man sehe das Worst Case-Szenario, bei dem sich 70 Prozent der Bürger ansteckten, es hierbei 20 Prozent schwere Verläufe gebe und ein Teil davon ins Krankenhaus müsse. „Das kriegen wir hin, wenn sich das über einen längeren Zeitraum erstreckt. Wir haben die Strukturen dafür“, sagte Schröder. „Wenn das aber alles in zehn Tagen passiert, dass sieht das anders aus.“ Die Explosion der Ansteckungsverläufe sei auch das Problem in Italien. Landesweite Schulschließungen hält Schröder noch nicht für nötig. "Es hat noch keinen Sinn, Schulen zu schließen und Eltern zu belasten. Das sollten wir erst einsetzen, wenn wir es brauchen." In Schwarmstedt wurde auf Anordnung des Gesundheitsamtes allerdings die erste Schule mit 1200 Schülern geschlossen. Die Anordnung gilt bis auf Weiteres, ist auf der Website der Schule zu lesen. 
Martin Brüning
AutorMartin Brüning