"Deutschland ist im Vergleich zu anderen Ländern in einer der besten Situationen", sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann - Foto: MB.[/caption]
Reimann stört, dass sich bei dem Papier lediglich drei Bundesländer anstatt alle Fachminister auf Länderebene verständigt haben. Zudem plädiere sie für ein besonnenes und behutsames Vorgehen.
Das ist offenbar auch die Maxime von Kanzlerin und Ministerpräsidenten, die am Nachmittag in einer Telefonkonferenz beraten. Größere Öffnungen sind kurzfristig dabei allerdings nicht zu erwarten, ist zu hören. Laut Reimann wird in der Runde unter anderem über den Umgang mit Gottesdiensten, Sport im Freien, Kitas und Spielplätzen diskutiert.
Niedersächsische Wirtschaft schlägt Alarm
Reimann zufolge ist Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern in einer der besten Situationen. In Frankreich und anderen Ländern gebe es zwar auch Lockerungen. „Dennoch sind dort die Regelungen immer noch strikter als bei uns. So strenge Regime wie dort hatten wir die ganze Zeit nicht“, meinte Reimann und sprach für Deutschland von einer „ziemlich ausbalancierten Situation“.Lesen Sie auch: Gastro-BAföG: So will Althusmann den Gastronomen helfen Bündnis aus Kirchen, Ärzten und Politik fordert Corona-Ethikbeirat Scharfer Lockdown-Kritiker legt nach
Derweil schlägt die Wirtschaft in Niedersachsen Alarm. Laut Bundesagentur für Arbeit haben bis heute Unternehmen für 10,1 Millionen Menschen in Deutschland Kurzarbeit angemeldet. „Die katastrophale Situation der Unternehmen beginnt auf den Arbeitsmarkt durchzuschlagen“, sagt Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von Niedersachsenmetall. [caption id="attachment_46981" align="alignnone" width="780"]
Übt scharfe Kritik am Robert-Koch-Institut: Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von Niedersachsenmetall - Foto: Niedersachsenmetall[/caption]
Seiner Meinung nach wird die Datenbasis für den Shutdown von Tag zu Tag fragwürdiger. Das „ständige Herumeiern“ des Robert-Koch-Instituts „mit höchst umstrittenen Indikatoren“ verunsichere mehr, als dass es Gewissheit gebe. „Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit, die Menschen brauchen eine positive Perspektive“, sagt Schmidt.
Die Politik habe in den vergangenen acht Wochen in einem wahren Kraftakt Vieles richtig gemacht. Jetzt gehe es aber um Schadensbegrenzung.

