12. Juni 2022
Soziales

Stephan Weil würdigt Lebenswerk von Michael Fürst mit Großem Verdienstkreuz

Michael Fürst wird von Stephan Weil mit dem Großen Verdienstorden geehrt. | Foto: Staatskanzlei

Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, ist von Ministerpräsident Stephan Weil mit dem „Großen Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens“ ausgezeichnet worden – in einer Festveranstaltung zum 75. Geburtstag von Fürst, der allerdings schon Ende Mai war und dessen Feier erst jetzt nachgeholt werden konnte. Fürst kam 1947 in Hannover zur Welt, sein Vater, der von den Nazis verfolgt worden war, hatte sich bewusst zum Verbleib in Deutschland entschieden. In seiner Würdigung sagte Weil, Michael Fürst sei ebenso lebensfroh, fröhlich und kontaktfreudig, wie es auch für seinen Vater Helmut Fürst gegolten habe. Er suche nach Verständigung und Ausgleich und lasse sich „nie von der Geschichte lähmen“.

Weil sagte, es gehöre zu den beeindruckendsten Berichten aus dem aktuellen Ukraine-Krieg, dass Juden, die in der NS-Zeit von Deutschen verschleppt worden waren, jetzt nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wieder Zuflucht in Deutschland gefunden haben. Dies liege auch an hierzulande prägenden Leuten wie Fürst, die stets in der Lage gewesen seien, Formen der Kommunikation und Diplomatie zu finden. Er sei nicht zuletzt ein Brückenbauer und habe große Verdienste für die Verständigung von Juden und Palästinensern in Hannover.

Dass die Schura als Landesverband der Muslime im jüdischen Rechtsanwalt Fürst ihren Rechtsvertreter gefunden habe, der ihre Interessen gegenüber dem Land Niedersachsen vertritt, sei besonders bemerkenswert, betonte der Ministerpräsident. „Michael Fürst ist immer streitbar in der Sache, direkt in seinen Positionen, aber dann auch wieder verbindlich im Ton und stets um ein Miteinander bemüht“, sagte der erste Bürgermeister von Hannover, Thomas Hermann.

Dieser Artikel erschien am 13.6.2022 in Ausgabe #109.
Klaus Wallbaum
AutorKlaus Wallbaum