Kathleen Driefert vom Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) hat für 2022 den mit Abstand stärksten Reallohnverlust seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2008 beobachtet. Demnach gingen die preisbereinigten Bruttomonatsverdienste in Niedersachsen um durchschnittlich 4,5 Prozent zurück. Verantwortlich dafür ist ein vergleichsweise geringer Anstieg der Nominallöhne (plus 2 Prozent) bei einem gleichzeitigen Rekordzuwachs der Verbraucherpreise (plus 6,8 Prozent). Negative Reallöhne sind in Niedersachsen überhaupt erst wieder durch die Corona-Pandemie zum Thema geworden. 2020 sank der Reallohnindex um 1,3 Prozent, 2021 um 0,6 Prozent. Davor schwankte der Zuwachs der Reallöhne zwischen 0,3 Prozent (2008) und 2,7 Prozent (2015).


