Kerstin Tack, Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, hat auf die schwierige Lage in der Kinderbetreuung hingewiesen. In Niedersachsen habe mehr als ein Drittel der Kindergärten (34,4 Prozent) binnen vier Wochen mehrfach die Betreuung wegen Personalmangels einschränken müssen. Das zeige der bundesweite Bericht des Paritätischen Gesamtverbandes für 2026. Er widerlege die Annahme, sinkende Kinderzahlen würden die Probleme der Kindertagesbetreuung von selbst lösen. Mit 3267 erfassten Einrichtungen liefert dieser Bericht die bislang größte Datenbasis des Paritätischen Gesamtverbandes zur Situation in deutschen Kindertageseinrichtungen. Sein zentrales Ergebnis widerspricht laut Tack einer Erzählung, die sich derzeit in vielen Debatten festsetze. Weil Kinderzahlen sinken und bundesweit mehr als 550.000 Kindergartenplätze ungenutzt bleiben, werde der Fachkräftemangel mancherorts bereits als Problem von gestern angesehen. Der Bericht zeige, dass diese Hoffnung trügt. Personalmangel sei häufig zum Dauerzustand geworden: Bundesweit fehlten rechnerisch rund 107.000 pädagogische Mitarbeiter, während zwei Drittel der Einrichtungen den vorhandenen Personalschlüssel für unzureichend halten. In Niedersachsen berichteten 34,4 Prozent der Kindergärten von wiederholten Betreuungseinschränkungen wegen Personalmangels. Mehr als jede dritte Kindertagesstätte musste Eltern binnen vier Wochen mehrfach bitten, ihre Kinder nicht zu bringen oder früher abzuholen. Gleichzeitig zählt Niedersachsen mit 15,6 Prozent zu den Ländern mit vergleichsweise häufigem Einsatz von Zeitarbeitskräften in diesen Einrichtungen.


