Die Wasserentnahmegebühr soll Artenschutz-Programme finanzieren. Dann sollen die Landwirte auch mehr fürs Wasser zahlen, finden die Wasserunternehmen. - Foto: Pgiam[/caption]
Bisher beträgt die allgemeine Wasserentnahmegebühr (ohne Landwirtschaft) für jeden Kubikmeter Verbrauch 7,5 Cent jährlich. Geplant ist jetzt, diesen Betrag auf 15 Cent zu verdoppeln. Das soll dem Landeshaushalt anstatt von bisher 40 Millionen Euro dann 80 Millionen Euro jährlich bringen. Für jeden Erwachsenen bedeute das nach Berechnungen des VKU bisher jährliche Kosten von 3,30 Euro, die dann auf 6,60 Euro ansteigen würden. Der Preis für die landwirtschaftliche Nutzung liegt allerdings wesentlich niedriger, nämlich bei einem Betrag von weniger als einem Cent je Kubikmeter. „Bei der Kalkulation einer Beregnung spielt für den Bauern der Betrieb der Maschine eine Rolle, auch die Kosten des Diesels – aber der Wasserpreis ist darin so gut wie nicht enthalten“, teilte der VKU-Sprecher mit.
Wenn man nun bei der Neufestsetzung der Gebühr den Unterschied von landwirtschaftlicher Bewässerung und Wasserverbrauch aller anderen Verbraucher herausnehme und festsetze, dass für beide Teile der Preis um 3 Cent je Kubikmeter steige, dann könne das „ein Anreizsystem“ sein für Landwirte, stärker als bisher auf die Effektivität der Beregnung zu achten. Wie der SPD-Politiker Gerd Hujahn erklärte, erscheinen ihm viele Feldbewässerungen derzeit nicht unbedingt sehr wirksam. Die de facto kostenlose Abgabe des Wassers an die Landwirte könne auch ein Problem sein: „Was keinen Preis hat, wird auch nicht wertgeschätzt.“ Sein CDU-Kollege Frank Schmädeke wandte jedoch ein, dass das Beregnen der Felder auch ein Beitrag zum Grundwasserschutz sein könne – weil damit verhindert werde, dass von der Pflanze ungenutzte Düngemittel im Boden versickern.
VKU-Geschäftsführer Kassing mahnte, dass die Belastung der Wasserkunden mit durchschnittlich 6,60 Euro pro Kopf und Jahr nicht stark ins Gewicht falle. Doch „der Wasserkunde wird mündiger“, betonte Kassing und verwies auf Auseinandersetzungen im Lüneburger Raum wegen der Hamburger Wassernutzungswünsche oder auf die Folgen der drei vergangenen Dürresommer. Beispielsweise im Emsland würden die Anträge der Landwirte, ihre Felder zu bewässern, erheblich zunehmen.


