
Heidi Reichinnek (37) ist zur niedersächsischen "Aufsteigerin des Jahres" gewählt worden. Entschieden haben das mehr als 1600 Leser des Politikjournals Rundblick in einer Online-Abstimmung. Auf die Linken-Politikerin aus Osnabrück entfielen dabei 392 Stimmen. Reichinnek war sofort in den ersten Tagen der Abstimmung in Führung gegangen und konnte über den gesamten Zeitraum nicht mehr eingeholt werden – auch wenn sich zwischenzeitlich mehrere Kandidaten anschickten, an die Spitzenposition aufzuschließen. Reichinnek startete als Spitzenkandidatin der Linken für die Bundestagswahl in das Jahr 2025. Mit einer bemerkenswerten Rede im Parlament fiel sie Ende Januar einem bundesweiten Publikum auf. Darin kritisierte sie, dass die Unionsfraktion einen eigenen Entschließungsantrag nur aufgrund der Zustimmung der AfD-Fraktion durch das Parlament gebracht hatte. Sie warf der Union vor, die sogenannte "Brandmauer" eingerissen zu haben. Reichinnek, die zuvor bereits in den sozialen Medien eine enorme Reichweite hatte, wurde damit kurzerhand zur neuen Gallionsfigur der Linken und schaffte es schließlich, ihre totgeglaubte Partei wieder ins Parlament zu führen. Dort stieg sie schließlich zur Co-Fraktionsvorsitzenden auf.
Den zweiten Platz in der Rundblick-Abstimmung zum niedersächsischen "Aufsteiger des Jahres" belegt Olaf Lies. Der 58-jährige SPD-Politiker aus Ostfriesland ist im Mai des vergangenen Jahres zuerst erneut zum Vorsitzenden der Niedersachsen-SPD gewählt worden. Kurz darauf wählte ihn die rot-grüne Koalition im Landtag zum neuen Ministerpräsidenten. In beiden Positionen folgte er Stephan Weil nach, der am 1. April seinen Rückzug aus der ersten Reihe der Landespolitik angekündigt hatte. In der Online-Abstimmung entschieden sich 275 Teilnehmer für Lies. Auf dem dritten Platz folgt Gitta Connemann. Die CDU-Politikerin aus Leer ist im vergangenen Jahr zur parlamentarischen Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium aufgestiegen. In dieser Funktion wurde die Bundesvorsitzende des CDU-Wirtschaftsflügels dann auch zur Mittelstandsbeauftragten der Bundesregierung berufen. Für die 61-jährige Connemann wurden in der Rundblick-Umfrage 197 Stimmen abgegeben. Der dritte Platz war hart umkämpft. Mit 188 Stimmen reichte es für den außenpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic (32), allerdings knapp nur für den vierten Platz. Den fünften Platz belegt mit 127 Stimmen Mareike Wulf. Die CDU-Politikerin wurde im vergangenen Jahr zuerst zur parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium und anschließend zur Kinder-Beauftragten der Bundesregierung ernannt. Auf dem sechsten Platz steht mit 110 Stimmen Niedersachsens neuer Regierungssprecher Christian Budde.
Den siebten Platz belegt der neue DGB-Landesvorsitzende Ernesto Harder, den achten Platz die CDU-Politikerin Silvia Breher und den neunten Platz die Chefin des Heise-Verlages, Johanna Heise. Auf Platz zehn landet der neue Landrat von Gifhorn, der SPD-Politiker Philipp Raulfs. Es folgen in dieser Reihenfolge: Rechnungshof-Senator Marco Hartrich, FDP-Chef Christian Dürr, SPD-Bundestagsfraktionschef Matthias Miersch, Oberst Frank Wachter und NDR-Intendant Hendrik Lünenborg. Die Rundblick-Redaktion hatte aus mehr als 50 Anwärtern in einem mehrstufigen Verfahren schließlich 15 Kandidaten ausgewählt. Von Anfang Dezember 2025 bis Anfang Januar 2026 konnte auf der Website rundblick-niedersachsen.de abgestimmt werden.


