Vor mehr als zwanzig Jahren trendete die Rede von der Postdemokratie. Gemeint war damit keine Regierungsform, in der das Postwesen die Kontrolle übernommen hätte. Auch ging es nicht darum, dass die Stimmabgabe zunehmend per Briefwahl getätigt wird. Und erst recht beschrieb der Begriff keinen Zustand, in dem sich der demokratische Staat allein auf die Kernaufgabe der Briefzustellung beschränkt hätte. Selbstverständlich erklärten kluge Köpfe wie Colin Crouch damals den Zustand moderner Staaten als einen, der die Demokratie in gewisser Weise überwunden hätte. Der Westen nach der Demokratie – leben wir da längst?
Auslöser für meine Post-Nostalgie war eine Pressemitteilung, die mir vergangene Woche auf elektronischem Wege zugestellt wurde. In der Betreffzeile sprang mich das Wort „Postkatastrophe“ an. Irgendetwas musste in Osterholz und Verden geschehen sein, etwas Dramatisches, etwas Desaströses, etwas Desolates! Und nun, in der Welt danach, sind die Folgen immer noch zu spüren. Wie eine posttraumatische Belastungsstörung, oder Post-Covid – alles Dinge, die man wirklich keinem wünscht.

Was also ist geschehen in den Kreisen Osterholz und Verden? Der heimische Abgeordnete Andreas Mattfeldt (CDU) hakt nach und klärt auf! Denn scheinbar kommt es in den ländlichen Regionen rund um Bremen immer wieder zu unhaltbaren Zuständen: Wiederholt sei die Post nicht rechtzeitig zugestellt worden. Immer wieder kommen die Mahnungen schneller als die Rechnungen. Manchmal kommt auch einfach gar nichts. Das sind wahrlich postapokalyptische Zustände, wie man sie sonst nur aus zahlreichen Endzeitfilmen kennt. Wie merkt man sonst, dass die Menschheit in den Metropolen von einer Seuche, Außerirdischen oder Zombies dahingerafft wurde, wenn nicht durch das Ausbleiben der Postzustellung?
Daran, dass die Zeitung nicht mehr im Briefkasten landet, merkt man es jedenfalls nicht. Das kommt, habe ich mir sagen lassen, nicht nur rund um Bremen, sondern auch rund um Hannover regelmäßig vor. Wie gut, dass der Rundblick nicht gedruckt wird und hoffentlich wieder pünktlich in Ihrem Posteingang lag. Unsere Themen sind diese:
Postscriptum: Die Post in Osterholz und Verden ist nun gewissermaßen ein Beobachtungsobjekt der Bundesnetzagentur. Die „Mattfeldt-Intervention“ zeigt Wirkung. Krankenstand, Prime-Week und Schneechaos lässt der CDU-Politiker ab sofort nicht mehr gelten!
Viel Spaß beim Öffnen Ihrer Rechnungen wünscht
Ihr Niklas Kleinwächter


