Eine duale Ausbildung für alle würde helfen, die Abbrecherquoten zu verringern.
Glücklicherweise entscheidet das Zeugnis nur darüber, ob ein Bewerber gleich an der Akademie anfangen darf oder den Umweg über ein Fachabitur nehmen muss. Einen Platz bekommt nur der, der die Auswahltests besteht. Warum es hier nicht den Realschülern leichter machen als bisher und sie mit Praxiserfahrung ausstatten, bevor sie mit den Abiturienten in Konkurrenz treten? Oder gleich alle Interessenten – egal, ob Realschüler oder Abiturient — mit einer dualen Ausbildung beginnen lassen und das Studium daran anschließen? Das würde dabei helfen, die Abbrecherquoten zu verringern, weil die Studenten wüssten, worauf sie sich eingelassen haben.
Indem die Polizeiausbildung für einen größeren Bewerberkreis geöffnet würde, gäbe es kein Entweder-Oder, sondern Masse und Klasse. Die Auswahl der Bewerber ist größer und damit auch die Zahl derer, die für den Beruf aufgrund ihrer Persönlichkeit geeignet sind. Allerdings wird eine Öffnung nur wenig helfen, wenn sich insgesamt weniger junge Absolventen für die Polizei interessieren. Vor allem, wenn die Wirtschaft mit üppigen Gehältern, Zulagen und anderen Schmankerln lockt. Dagegen wird ein Beruf mit – bisher immer noch - hohem moralischen Ansehen, aber unpopulären Arbeitszeiten und starren Gehaltstabellen nur wenig ausrichten können. Selbst die, die ihren Beruf nach Überzeugung wählen, wollen sich eine Familie leisten und ein paar Extrawünsche erfüllen können. Es wird also kein Weg daran vorbeiführen, die Zulagen und Gehälter der Polizisten anzuheben und Beförderungen zu vereinfachen. Sonst bleiben nicht nur die Interessenten weg, schlimmstenfalls nehmen sie die Ausbildung in Niedersachsen mit und treten ihren Dienst in einem anderen Bundesland an, in dem die Arbeit von Polizisten mit mehr Gehalt gewürdigt wird.
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