13. Feb. 2018
Wirtschaft

Nordmedia bringt Spielentwickler und Mittelstand zusammen

Die Nordmedia auf neuen Wegen: Seit September bringt die Film- und Mediengesellschaft Entwickler von Computerspielen mit kleinen und mittelständischen Unternehmen zusammen. Mittelständler reagierten recht überrascht, wenn man ihnen das vorschlägt, erklärt Tim Mittelstaedt, als Senior Consultant zuständig für den Bereich bei der Nordmedia, im Gespräch mit dem Politikjournal Rundblick. „Es heißt dann schnell: Mitarbeiter sollen arbeiten und nicht spielen. Aber gerade Spielentwickler sind prädestiniert, um sie im Betrieb zum Beispiel für Mitarbeiterschulungen, bei der Weiterentwicklung des Vertriebs oder der Verbesserung von Website oder Maschinen einzusetzen. Die Industrie weiß teilweise noch gar nicht, dass sie Spielentwickler braucht.“ https://soundcloud.com/user-385595761/nerds-als-berater-spielentwickler-und-mittelstand-sollen-zusammenarbeiten Man wolle zum Beispiel auf Veranstaltungen und bei Workshops dazu motivieren, spielerische Mechanismen auch im beruflichen Alltag zu nutzen. Nordmedia-Geschäftsführer Thomas Schäffer spricht von einem kleinen Paradigmenwechsel. „Das ist ein völlig anderer Weg. Wir gehen in dem Projekt von der Perspektive der Unternehmer aus.“ Das Projekt APITs Lab (Applied Interactive Technologies) steht unter dem Motto „Niedersachsen spielend digitalisieren“. Das Wirtschaftsministerium finanziert es für drei Jahre mit 600.000 Euro. Ein höheres Budget wäre zwar wünschenswert, heißt es bei der Nordmedia. Das Projekt müsse sich nun aber erst einmal beweisen. Lesen Sie auch:   Für das Kerngeschäft der Nordmedia, deren Gesellschafter die Länder Niedersachsen und Bremen sowie der NDR und Radio Bremen sind, präsentierte Schäffer am Dienstag in Hannover steigende Zahlen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr fast 240 Projekte mit 11,3 Millionen Euro gefördert – ein Plus von fast 18 Prozent. Schwerpunkt sei die Fernsehproduktion. Der höchste Förderbetrag ging mit 1,6 Millionen Euro an den vierteiligen Fernsehfilm „Die Tote von Mirow“. Zudem wurden in Niedersachsen im vergangenen Jahr 820 Drehtage gezählt. Das ist ebenfalls eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Dabei liegt der „Niedersachsen-Effekt“ laut Schäffer so hoch wie nie zuvor. Mit jedem investierten Euro seien 6,75 Euro in das Bundesland zurückgeflossen. Seit diesem Jahr gilt zudem eine neue Förderrichtlinie. So müsse der Regionaleffekt jetzt bei 150 statt wie bisher 125 Prozent liegen. Das bedeutet: Bei der Realisierung einer geförderten Maßnahme muss im Bundesland mindestens das 1,5-fache der gewährten Fördermittel ausgegeben werden. Für die Zukunft kann sich die Nordmedia schon einmal auf mehr Mittel freuen. „SPD und CDU wollen die Fördermittel des Landes signifikant aufstocken“, heißt es im Koalitionsvertrag von SPD und CDU. Im vergangenen Jahr bekam die Nordmedia vom Land Niedersachsen etwas mehr als 3,4 Millionen Euro. Dabei stammten 1,9 Millionen aus Glücksspieleinnahmen und 1,5 Millionen Euro aus dem Medienförderfonds im Haushalt der Staatskanzlei.  
Dieser Artikel erschien in Ausgabe #30.
Martin Brüning
AutorMartin Brüning