(rb) Hannover. Das Sommerhalbjahr 2016 wird im Gastgewerbe besser oder mindestens so gut wie im Jahr 2015. Das hat eine aktuelle Umfrage der sieben niedersächsischen Industrie- und Handelskammern ergeben. 88 Prozent der niedersächsischen Beherbergungsbetriebe erwarten diese Entwicklung; für 89 Prozent ist bereits das Winterhalbjahr gut oder befriedigend verlaufen. Gestiegen ist zudem der gleichzeitig ermittelte Konjunkturklimaindex um drei auf 125 Punkte. Nach Ansicht des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertages (NIHK) ist das Konsumklima günstig, die Zinsen niedrig und das Sparen deshalb nicht verlockend. An Urlaub und Restaurantbesuchen werde daher auch 2016 nicht gespart. Weniger positiv sei dagegen die Entwicklung bei den Reiseveranstaltern und -büros. In der Wintersaison seien die Buchungen vor allem im Auslandsgeschäft zurückgegangen, heißt es. Entsprechend falle auch die Bewertung der aktuellen und künftigen Geschäftslage deutlich schwächer aus als im Gastgewerbe. Nach Angaben der NIHK war das in den letzten Jahren stets umgekehrt. Der Konjunkturklimaindex für Reisebüros und -veranstalter fällt um zwölf auf 99,6 Punkte und liegt damit zum ersten Mal seit Jahren unter der 100er-Marke. Als Gründe nennt der NIHK, dass viele beliebte Auslandsreiseziele zur Zeit als unsicher wahrgenommen würden; Urlauber suchten nach gefühlt sichereren Alternativen. Nach der Umfrage gelten der Fachkräftemangel und die Arbeitskosten für das Gastgewerbe als größte Risikofaktoren in den kommenden Monaten. Bei der Reisebüro- und -veranstalterbranche rangierten dagegen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ganz oben. Diese unterschiedliche Grundstimmung spiegele sich auch in den Investitionsabsichten wider: Während im Gastgewerbe 85 Prozent der Befragten für die kommenden sechs Monate Investitionen planten, seien es bei den Reisebüros und den -veranstaltern nur 44 Prozent.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #100.