Wenn Sie einen Job mit überschaubarem Erwartungsdruck suchen, haben wir etwas für Sie: Das Land braucht einen neuen Werbetexter. Nach Slogans wie „Ein schönes Stück Deutschland“ (1982), „Land mit Weitblick“ (1993) oder „Immer eine gute Idee“ (2007) haben die Vorgänger die Latte nicht allzu hoch gehängt. Auch die innerdeutsche Konkurrenz wirkt mit „Das ist Thüringen“, „Wir sind ein Berlin“ oder „Bremen erleben“ nicht gerade übermäßig kreativ.
Zehn Millionen Euro stehen bis 2027 als Budget bereit, um das Image des Landes kräftig aufzupolieren. Der bisherige Claim „Niedersachsen. Klar.“ muss dabei noch nicht einmal zwingend verändert werden. Vermissen dürfte ihn allerdings kaum jemand, falls er verschwindet. Tatsächlich würde es mich nicht wundern, wenn Sie sich schon jetzt nicht mehr daran erinnern. Der Slogan ist grundsätzlich nicht schlecht, aber so aufregend wie ein Aktenordner in Steingrau.
Wie’s ein bisschen spannender geht, zeigen die Beinahe-Dänen aus Kiel und Umgebung, die mit ihrem Claim „Schleswig-Holstein. Der echte Norden.“ die anderen norddeutschen Bundesländer schon lange in den Schatten stellen. Doch Niedersachsens Regierungssprecher Christian Budde will jetzt marketingtechnisch zurückschießen: In der Landespressekonferenz forderte er eine Landesdachmarke, die provokativ und selbstbewusst ist und gleichzeitig auch noch die Stärken von Niedersachsen erzählt.

Nichts einfacher als das: „Niedersachsen. Da biste platt.“ lautet unser Vorschlag, der alle Kriterien erfüllt. Die zehn Millionen Euro könnt ihr uns dann bei Gelegenheit vorbeibringen, liebe Staatskanzlei.

Keine Werbung müssen wir an dieser Stelle eigentlich für die Themen der heutigen Ausgabe machen, wir tun es aber trotzdem. Das erwartet Sie nach dem Download:
Hier ist jetzt auch die Luft raus. Einen langen Atem für den Rest der Woche wünscht
Ihr Christian Wilhelm Link


