Nach der Sause kommt der Kater. Niedersachsens Regierungssprecher Christian Budde wirkte ein ganz klein wenig geknickt, als er am Mittwoch in der Landespressekonferenz auf das eher zurückhaltende Echo auf die neue Landeskampagne angesprochen wurde. Befragungen verschiedener Medienhäuser zeichnen das Bild einer Bevölkerung, die nicht unbedingt euphorisch auf den neuen Niedersachsen-Claim reagiert hat. Frei assoziiert: Das ist groß? Das ist gähn!
Doch ein Budde lässt sich davon nicht entmutigen. Man müsse den Spruch nur in den richtigen Kontext stellen, dann könne sich daraus etwas richtig Gutes entwickeln, sagte er und verwies auf die Sportjugend Niedersachsen, die das Ganze schon weitergedreht habe. Die Jungsportler haben kurzerhand das „groß“ gestrichen und durch „Sport“ ersetzt – und durch Begriffe wie spektakulär (beim Basketball), eiskalt (beim Eishockey), nass (beim Schwimmen) oder goldig (beim Medaillenfeiern).

Auf eine ähnliche Idee kam auch die DGB-Jugend und strich das „groß“ aus vielen Sätzen raus. Für die Junggewerkschafter ist beispielsweise die faire Ausbildung nicht groß, sondern wichtig. Mieten, die nicht explodieren, sind für sie nicht groß, aber bezahlbar. Und flächendeckender ÖPNV nicht groß, sondern verlässlich.
Landtagssprecherin Anne-Ly Do konnte für ihr Haus ebenfalls einen Weiterdreh vermelden. Dort hat man sich allerdings für eine konstruktivere Variante entschieden und das große gesucht statt gestrichen. Auf Instagram und Co. präsentiert das Social-Media-Team des Landtags alles, was am Parlament groß ist: die Portikussäulen, die Eingangstüren, den Plenarsaal, das stilisierte Landeswappen … im Landtag ist nämlich irgendwie alles groß.
Ganz viel Zeit, um sich diese ganzen Social-Media-Reaktionen in Ruhe anzuschauen, hatten an diesem Mittwoch die Mitarbeiter der niedersächsischen Justiz. Ein Bagger hat wohl zu tief geschaufelt und dadurch ein wichtiges Kabel beschädigt. Seit den frühen Morgenstunden ging (fast) nichts mehr. Bis Redaktionsschluss dauerten die Reparaturarbeiten an. Wie es dazu kommen konnte und weshalb es (noch) keine Ersatzleitung zum zentralen Rechenzentrum gibt, lesen Sie gleich im Rundblick. Hier kommt die Übersicht:
Haben Sie einen großartigen Donnerstag!
Ihr Niklas Kleinwächter


