Die zwei entscheidenden Fragen - Screenshot: MB[/caption]
Kammerkritiker begrüßten die Änderungen der Online-Umfrage. Die Fragestellung sei klar und deutlich, „das finde ich gut“, sagte der Krankenpfleger Wolfgang Heibuch in einem Facebook-Video. „Jetzt gilt es Frau Reimann: Stehen Sie zu Ihrem Wort“, forderte Heibuch die Sozialministerin auf. Reimann sicherte erneut zu, dass sie das Ergebnis als politisch bindend ansieht. „Die politische Debatte über die Kammer hat in den letzten Wochen und Monaten eine Dimension und eine Schärfe angenommen, die rational nur noch schwer zu erklären ist. Es ist an der Zeit, dass die berechtigten Anliegen der Pflegekräfte wieder in das Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. Die Befragung der Mitglieder der Kammer kann dazu hoffentlich einen Beitrag leisten“, sagte die Sozialministerin.
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Ein erster Anlauf der Online-Umfrage war im Juni an eines technischen Problems gescheitert. Dabei konnten Dritte ohne einen Zugangscode in einen gerade offenen Fragebogen gelangen und dort Antworten verändern. Laut Sozialministerium waren davon lediglich 59 von rund 7700 Fragebögen betroffen, fortsetzen wollte man die Umfrage unter diesen Umständen aber dennoch nicht. Die Firma Kienbaum, die mit der Evaluation der Kammer beauftragt wurde, und der technische Dienstleister haben dem Reimann zufolge erklärt, dass die Fehler vollständig behoben werden konnten. „Damit haben nun die Pflegekräfte das Wort über die Zukunft der Kammer. Ich hoffe, dass sich möglichst viele an der Befragung beteiligen und ihre Stimme abgeben“, erklärte Reimann. Das Ergebnis der Abstimmung solle nach Abschluss der Befragung zeitnah veröffentlicht werden. Später sollten auch die Ergebnisse der gesamten Evaluation der Öffentlichkeit mitgeteilt werden, zuvor müssten alle Fragebögen vollständig ausgewertet werden. Voraussichtlich soll sich nach der Umfrage auch der Beirat zur Evaluation der Kammer noch einmal mit den Ergebnissen befassen können. Der Umgang des Ministeriums mit dem Gremium hatte bei den Beiratsmitgliedern vor gut zwei Wochen zu Ärger geführt. Sie kritisierten in Mails an das Sozialministerium, dass sie im Vorlauf der Umfrage nicht beteiligt wurden. Für die Beiratsmitglieder hat das Gremium inzwischen nur noch eine „Alibifunktion“, die Rede war von einem „Feigenblatt des Ministeriums“.
Nach dem desaströsen Scheitern der ersten Befragung ist für die Pflegekammer vor allem eines wichtig: Endlich Vertrauen zu schaffen.
In der Landtagsopposition hält man derweil an die Kritik an der Sozialministerin aufrecht. Die FDP-Sozialpolitikerin Sylvia Bruns wunderte sich, dass das Ministerium mehrere Monate gebraucht habe, eine einfache Frage zu formulieren: „Wollen Sie die Pflegekammer: ja oder nein?“ Für die FDP-Fraktion sei die Antwort darauf klar: „Nein“, machte Bruns deutlich. Die Grünen-Abgeordnete Meta-Janssen-Kucz meinte, die Sozialministerin agiere bei der Pflegekammer erneut unglücklich. Zum einen hätten die Pflegekräfte in den Sommerferien nach den besonders anstrengenden Wochen ein wenig Erholung verdient, zum anderen bleibe unverständlich, warum der Beirat der Pflegekammer trotz öffentlicher Kritik nicht vor dem Neustart der Befragung einbezogen worden sei. „Nach dem desaströsen Scheitern der ersten Befragung ist für die Pflegekammer vor allem eines wichtig: Endlich Vertrauen zu schaffen“, meinte Janssen-Kucz.

