Landtagspräsidentin Hanna Naber hätte am Mittwoch beinahe für ein vorzeitiges Ende der Plenarsitzung gesorgt. Dabei dauerte der 33. Tagungsabschnitt des Landesparlaments nun ohnehin schon einen Tag kürzer als ursprünglich im Jahresplan vorgesehen. Immerhin den zweiten Tag brauchten die Abgeordneten dringend noch, um alle Beratungen abzuschließen.
Frau Naber hatte aber leichtsinnig angekündigt: „Wir fahren fort, wenn der schwarz-grüne Disput hier beendet ist.“ Im Zentrum des Plenarsaals, dem Mittelgang zwischen CDU- und Grünen-Fraktion, braute sich zu diesem Zeitpunkt gerade etwas Unheilvolles zusammen. Es ging wohl mal wieder um die Energiepolitik, glaube ich. Die Ankündigung der Präsidentin provozierte jedenfalls den Zwischenruf: „Dann können wir für heute Schluss machen.“
Ein Glück für uns, dass es dann doch noch weiterging. Was hätten wir Ihnen heute sonst berichten sollen? Vielleicht wären wir am Ende sogar noch dem Leserwunsch nachgekommen, mit der Schwarzmalerei aufzuhören und nicht immer nur von Streit, Zwift und Uneinigkeit zu berichten.

Apropos Uneinigkeit. Am vergangenen Wochenende beim Parteitag der Grünen trug deren Landesvorsitzende Greta Garlichs die These vor, das Land sei zwar in allen möglichen Dimensionen gespalten. In einer Sache seien sich aber alle einig: Der Bundesregierung „brennt doch der Helm“. Weil ich die derbe Wortwahl bislang nirgendwo unterbringen konnte, nutze ich diese Gelegenheit hier:
„Die Kacke“ sei wirklich „am Dampfen“, hieß es da auch. Und wiederholt wurden rhetorische Fragen gestellt. Etwa, ob man in Berlin „den Schuss nicht gehört“ habe. Besonders bildgewaltig war auch die Frage der Europaabgeordneten Katrin Langensiepen, die wissen wollte, „an welcher lichterloh brennenden Hanfplantage“ die Bundesregierung vorbeigelaufen sei. Oder, kurzgefasst: „Was haben die geraucht?“
Kein Wunder, dass Bundeskanzler Friedrich Merz im Spiegel-Interview nun zu Protokoll gibt, ihm gefalle die Atmosphäre hier in Deutschland nicht. Ich kann wiederum nur festen: Ihre Einstellung gefällt mir gut, liebe Leserinnen und Leser. Gestern fragte ich an dieser Stelle ja, ob nun die Lage oder doch nur die Stimmung das Problem darstelle. Bis zu meinem persönlichen Redaktionsschluss für diese Kolumne überwiegten die Optimisten. 63 Prozent von Ihnen meinen, die Stimmung sei schlechter als die Lage – die Lage mithin also gar nicht so schlecht, wie stets behauptet wird.
Ist die Stimmung schlechter als die Lage?
Damit kommen wir wieder zur Lage in Niedersachsen. Hier sind unsere Themen:
Mit gelassener Stimmung starten wir ins lange Wochenende. Tanzen Sie gut in den Mai!
Ihr Niklas Kleinwächter


