14. Okt. 2026
P und PVerkehr

Milliardenauftrag für die Schiene: Niedersachsen bestellt 113 neue Batteriezüge bei Siemens

Rollt in fünf Jahren auch über die Schienen in Niedersachsen: Der Mireo Plus B von Siemens. | Foto: Siemens AG

Carmen Schwabl, LNVG-Chefin, hat eines der größten Beschaffungsvorhaben im niedersächsischen Schienenpersonennahverkehr der vergangenen Jahre auf den Weg gebracht. Gemeinsam mit dem Land Niedersachsen und dem Regionalverband Großraum Braunschweig hat die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) insgesamt 113 neue Batteriezüge bei Siemens Mobility bestellt. 83 Fahrzeuge sind für den landeseigenen Fahrzeugpool vorgesehen, weitere 30 für den Regionalverband Großraum Braunschweig. Das Gesamtvolumen der Vergabe liegt laut Wirtschaftsministerium bei mehr als zwei Milliarden Euro und umfasst neben den Fahrzeugen auch Werkstätten, Ersatzteile sowie Wartung und Instandhaltung. Die neuen Züge sollen schrittweise ab Ende 2031 in Betrieb gehen. Zunächst sind Einsätze im Weser-Leine-Netz und im Harz-Heide-Netz vorgesehen, später unter anderem auch im Heidekreuz. Die Batteriezüge können auf elektrifizierten Strecken ihre Akkus laden und anschließend auch Abschnitte ohne Oberleitung befahren. Damit sollen nach und nach Dieselzüge ersetzt werden. Die Beschaffung ist ein Baustein der SPNV-Strategie 2040+, mit der Niedersachsen das Angebot im Schienenpersonennahverkehr ausbauen und schrittweise auf emissionsfreie Antriebe umstellen will. „Die Menschen erwarten zu Recht, dass Mobilität auch künftig überall in Niedersachsen funktioniert – nicht nur in den großen Städten. Genau dafür investieren wir jetzt“, sagt Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne. Geplant sind zudem neue Betriebswerkstätten in Goslar und Soltau. Siemens Mobility soll die Instandhaltung der Fahrzeuge über 30 Jahre übernehmen. Bei den bestellten Zügen handelt es sich um dreiteilige Mireo Plus B. Sie erreichen bis zu 160 Kilometer pro Stunde und bieten mehr als 170 Sitzplätze, darunter mindestens sechs in der ersten Klasse. Hinzu kommen WLAN, barrierefreie Einstiege sowie mindestens sechs Fahrradstellplätze, die saisonal auf bis zu 18 erweitert werden können. „Mit den neuen Batteriezügen machen wir einen weiteren großen Schritt auf dem Weg zu einem klimafreundlichen Nahverkehr in Niedersachsen“, sagt Schwabl.

Dieser Artikel erschien in Ausgabe #181.
Christian Wilhelm Link
AutorChristian Wilhelm Link
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