6. Juli 2026 · 
P und PLandwirtschaft

Landvolk-Präsident dringt auf schnelle Entscheidung über Erneuerbare Energien

Foto: Landvolk

Holger Hennies, Präsident des Landvolks Niedersachsen, hat in einem Brandbrief an Bundeskanzler Friedrich Merz schnelle politische Entscheidungen für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien gefordert. „Da das aktuelle Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) nur noch bis Ende 2026 gilt, braucht es dringend eine Anschlussregelung (EEG 2027), damit ab Anfang 2027 in Betrieb gehende Anlagen überhaupt eine Förderung erhalten“, erklärte Hennies. Bisher liege noch kein offizieller Gesetzesentwurf vor und die erforderliche beihilferechtliche Genehmigung der EU-Kommission werde vermutlich darüber hinaus zu weiteren Verzögerungen führen. „Die sich hieraus ergebenden Unsicherheiten behindern dringend notwendige Investitionen in eine zukunftsfähige Energieversorgung. Planungssicherheit für Investoren, Projektentwickler und Anlagenbetreiber ist unverzichtbar“. Neben dem Ausbau der Stromnetze und der Batteriespeicher sieht das Landvolk bei Photovoltaik und vor allem bei Biogas erheblichen Anpassungsbedarf. Vor allem landwirtschaftliche Betriebe leisten mit ihren Biogasanlagen einen unverzichtbaren Beitrag zur Versorgungssicherheit und Resilienz des Energiesystems. Diese Systemleistungen müssten sich künftig auch im EEG 2027 widerspiegeln. In seinem Schreiben formuliert der Landvolk-Vertreter zentrale Forderungen. Zum einen müsse das „Biomassepaket“ deutlich verbessert werden. Konkret fordert der Verband ein höheres Ausschreibungsvolumen sowie einen erhöhten Flexibilitätszuschlag, damit die landwirtschaftlichen Betriebe ihre Biogasanlagen trotz gestiegener Bau- und Finanzierungskosten flexibilisieren können. Darüber hinaus spricht sich das Landvolk gegen eine Begrenzung durch den sogenannten Maisdeckel aus. Derzeit verhindert er einen wirtschaftlichen Anlagenbetrieb. Weiterhin fordert der Verband beim europäischen Regelwerk RED III und den Nachhaltigkeitsanforderungen einen konsequenten Bürokratieabbau und Vereinfachungen. Schließlich gibt der Landesbauernverband zu bedenken, dass auch die kommunale Wärmeplanung vorhandene Bioenergie-Infrastrukturen stärker einbeziehen müsse. Dies setze eine nachhaltige Förderung der Stromerzeugung über das EEG voraus. Hennies ist einer von bisher zwei Kandidaten für die Wahl zum Präsidenten des Deutschen Bauernverbands im Frühjahr 2027. Für die Nachfolge von Joachim Rukwied bewirbt sich neben ihm auch der sächsische Verbandspräsident Torsten Krawczyk.

Dieser Artikel erschien in Ausgabe #125.

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