Es ist noch nie gelungen, ein desaströses System besser zu machen, indem man es mit einem Bereich zusammenlegt, der gut funktioniert.
Kritik aus den Landkreisen gab es auch den Plänen des Bundes zu integrierten Notfallzentren an den Krankenhäusern. In den Zentren soll entschieden werden, ob Patienten an den Rettungsdienst, die Notfallambulanz, einen Bereitschaftsarzt oder bei leichteren Fällen später an einer Arztpraxis weitergeleitet werden sollen. „Das klingt erst einmal vernünftig, aber wie es organisiert ist, kommt es zu einer Gefährdung“, warnte Hubert Meyer. Nach dem Willen des Bundes sollen eigene Träger die Zentren organisieren und es sei keineswegs so, dass jedes Krankenhaus für ein solches Notfallzentrum vorgesehen sei. „Wir haben gehört, dass man sich für den Großraum Hannover zwei solcher Zentren vorstellen kann. Allein das Klinikum der Region Hannover hat 13 Standorte, dazu gibt es die Universitätsklinik oder auch diakonische Krankenhäuser.“
Es könne aber sein, dass nur die Notfallzentren die volle Kostenerstattung, andere Kliniken dann aber finanzielle Probleme bekämen. „Die Bürger stimmen im Zweifel ohnehin mit den Füßen ab und gehen weiterhin zum nächstgelegenen Krankenhaus“, so Meyer. Er kritisierte scharf, dass eine „kaum bekannte aber wirkmächtige Organisation wie der gemeinsame Bundesausschuss im Zweifel über Richtlinien entscheiden werde. „Das Gremium entwickelt sich immer mehr zu einem wenig legitimierten Nebenparlament, in dem Dinge entschieden werden, die für die medizinische Versorgung der Bevölkerung ausschlaggebend sind, die aber von Fachleuten nach Kriterien entschieden werden, die vom normalen Bürger nicht mehr nachvollzogen werden können.“


