Eine deutsche Batteriezellfertigung darf bei den Stromkosten im europäischen Wettbewerb keine Nachteile haben.
Die Autoindustrie steht laut Lies und Althusmann vor einem großen Strukturwandel. An der deutschen Schlüsselindustrie hingen inklusive der Zulieferer mehr als 30 Prozent der deutschen Arbeitsplätze. Der Umstieg auf E-Autos sorgt nicht nur für eine Umstellung der Produktion, es werden für batteriebetriebene Autos auch viel weniger Teile benötigt. Althusmann sprach von einer um 30 Prozent geringeren Wertschöpfungstiefe. Dadurch werde der Strukturwandel zusätzlich beschleunigt. Man dürfe den Strukturwandelprozess nicht nur an einer Stelle begleiten, sagte Lies mit Blick auf die Braunkohle an die Adresse der Bundesregierung. „Man muss im Blick behalten, welchen Wandel die Energiewende insgesamt nach sich zieht.“ Es gehe darum, dass die Wertschöpfungsketten in der Autoindustrie erhalten blieben. „Wenn wir den Wechsel verschlafen, werden wir unsere Ziele nicht erreichen“, mahnte Althusmann.
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Der Landesregierung geht es nicht nur darum, CO2-frei zu fahren, sondern die neuen Fahrzeuge bereits klimaneutral zu produzieren. Man werbe deshalb für Standorte, die über einen hohen Anteil erneuerbarer Energien verfügen. Die Landesregierung hat dabei natürlich Niedersachsen im Blick. Ein Beispiel dafür ist Emden, wo Volkswagen sein Werk zum Elektrostandort umbauen möchte. Dort kämen vier Gigawatt aus Offshore-Anlagen an, erklärte Lies. Man könnte über eine Veränderung der Netzentgelte sprechen, um den Standort im Wettbewerb attraktiver zu machen. Auch die Logistik könne an dem Standort ein Vorteil sein, weil dort ohnehin eine E-Auto-Produktion entstehen solle. Allerdings seien auch andere Standorte, wie zum Beispiel Salzgitter, möglich. Althusmann hält die Produktion von Batteriezellen in Deutschland für nötig, um sich mittelfristig unabhängig vom asiatischen Markt zu machen, der in diesem Industriezweig bisher führend ist. Experten sehen das teilweise anders. Professor Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Center Automotive Research meint, die Zellproduktion selbst mache lediglich 5 bis 10 Prozent der Wertschöpfung bei der Batterie aus. Hinzu käme der Wissensvorsprung, den es in asiatischen Konzerne gebe. Den Versuch, diesen aufzuholen, bezeichnet Dudenhöffer als „riskantes Abenteuer“.


