Ulf Küch (Mitte) mit Klaus Wallbaum und Isabel Christian vom Rundblick - Foto: MB.[/caption]
„In den kommenden drei, vier Jahren kommen die geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter und dann geht knapp ein Drittel der niedersächsischen Polizei in Pension.“ Doch wer ihnen folgen soll, ist ungewiss. Vor allem bei der Kriminalpolizei (Kripo) gibt es kaum erfahrene Ermittler zwischen 30 und 50 Jahren, es sind die „weißen Jahrgänge“, wie Küch sie nennt. Sie sind eine Folge der Reformen in den Neunzigern, als der politische Kurs für die Polizei noch in Richtung Abrüstung zeigte. Doch das sich deshalb abzeichnende Personalproblem wird nicht mithilfe von massenhaften Neueinstellungen zu lösen sein – auch wenn Regierung und Opposition verhement darüber streiten, wie viele neue Polizisten das Land braucht. Denn nun gibt es zwar wieder Stellen, aber zu wenige Menschen, die sie besetzen können. Die Zahl der Bewerber für die Polizeiausbildung geht seit Jahren zurück. Die Anforderungen sinken, um noch genug Bewerbungen für eine Auswahl zu bekommen. Einerseits ist das positiv, denn dadurch haben auch Migranten ohne deutsche Staatsbürgerschaft und Realschüler die Chance auf eine Laufbahn bei der Polizei. Doch insgesamt ist der Beruf für junge Absolventen unattraktiv geworden. Schuld daran ist nach Küchs Meinung auch hier die Landespolitik. Eine starre Ausbildung, eine kaum planbare Zukunft und die Zusammenstreichung des Gehalts bei steigenden Anforderungen haben den Nachwuchs nachhaltig vergrault: „Niedersachsens Polizei hat jungen Schulabgängern zu wenig anzubieten, sodass sich die guten Leute woanders umschauen.“ Das bringe vor allem die Kripo in arge Bedrängnis.


