Mareike Wulf, Joachim Klose und Barbara Zehnpfennig (v.r.n.l.). Ganz Links Moderator Martin Brüning vom Politikjournal Rundblick - Foto: KAS Niedersachsen[/caption]
Ist der Ruf der Konservativen also zu Recht so bescheiden – oder ist das eher das Resultat einer von den Linken geprägten öffentlichen Diskussion? Das Hannover-Büro der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) nutzte seinen Jahresauftakt zur Vertiefung der Frage. Unter der Gesprächsleitung von Rundblick-Chefredakteur Martin Brüning traten zwei überzeugte Konservative auf, die Passauer Politikwissenschaftlerin Prof. Barbara Zehnpfennig und der Leiter des sächsischen KAS-Büros, Joachim Klose.
Dazu kam Wulf, die offen bekannte, nicht alle konservative Strömungen zu teilen. Als sie entschieden habe, sich politisch zu engagieren, sei es zunächst um den Umweltschutz gegangen. In Kindheitstagen sei ihr die deutsche Einheit nahe gegangen, es gehe ihr also immer auch um Patriotismus. Und schließlich liege ihr die Verteidigung des Rechtsstaats am Herzen, die Durchsetzung der gesetzlichen Regeln für jedermann. Darüber hinaus müsse man über konservative Ansichten im Detail reden, denn nicht alles, was aus dieser Ecke komme, finde ihre Unterstützung. Was sei beispielsweise, wenn übertriebenes Ordnungsdenken zu Ausgrenzung und Intoleranz gegenüber Minderheiten führe?
Wir brauchen den Konservatismus als Haltung, damit die Wähler wieder von der AfD weggehen.
Joachim Klose hingegen wehrt sich gegen die Unterscheidung von Struktur- und Wertkonservatismus. Beides sei wichtig. Der Schutz der Vertrautheit der Heimat, der gerade in Ostdeutschland wichtig sei nach den Wirren der 89er Revolution und den aktuellen großen Ängsten vor dem Abgehängtsein, sei für ihn ganz bedeutsam. Man dürfe sich nicht in die rechtsextreme Ecke abschieben lassen. „Wir brauchen den Konservatismus als Haltung, damit die Wähler wieder von der AfD weggehen“, meint er – und kritisiert zugleich, dass die CDU in Sachsen gemeinsam mit Grünen und SPD eine Regierung bildet.


