
Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Niedersachsen (IHKN), hat eine neue Konjunkturumfrage vorgestellt. Demnach hat sich die Geschäftslage in der niedersächsischen Wirtschaft weiter eingetrübt, der Klimakonjunkturindex fiel auf 80 Punkte (minus 3 im Vergleich zum Vorquartal). Der langjährige Durchschnitt liegt bei 105 Punkten. „Mehr als die Hälfte der Unternehmen rechnet mit einer ungünstigen Entwicklung ihrer Geschäfte“, fasste Bielfeldt die geradezu historisch schlechte Erwartungshaltung der rund 1900 befragten Betriebe zusammen. Der zuletzt sehr gute Auftragsbestand in der Industrie habe deutlich nachgelassen, sei aber immer noch nicht besorgniserregend. „Im Krisenfall könnte sich das aber schnell ändern“, sagte die IHKN-Hauptgeschäftsführerin.
Als größtes Risiko nannten 84 Prozent der Unternehmen die Energie- und Rohstoffpreise (plus 23 Prozent). Dahinter folgen Fachkräftemangel (65 Prozent) und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (56 Prozent). Die Arbeitskosten bewertet inzwischen jedes zweite Unternehmen als ein Top-Risiko (plus 14 Prozent). Zudem berichten mittlerweile 84 Prozent der Betriebe von höheren Einkaufspreisen aufgrund der Lieferengpässe.
Im Baugewerbe brechen die Auftragseingänge für Eigenheime ein. „Das liegt daran, dass die Zinsen steigen und die Situation unsicher ist“, sagte Bielfeldt. Die Auftragslage im gewerblichen Bereich sei aber noch stabil. Besonders deutlich wird die Kaufzurückhaltung der Verbraucher im Lebensmitteleinzelhandel, wo die Konsumneigung bei minus 94 Prozent liegt.


