Blick aus dem 17. Stock des Nord/LB-Gebäudes in Hannover - Foto: KW[/caption]
Nach den Mitteilungen von Finanzminister Schneider im Haushaltsausschuss muss allerdings damit nicht gerechnet werden. Grascha hält das durchaus für glaubwürdig, er sieht aber langfristige Entwicklungen – und warnt davor: „Die Nord/LB hat die Bremer Landesbank erworben – doch das darf jetzt nicht zur Blaupause für eine Übernahme der HSH Nordbank werden.“ Die Risiken der Bremer, die von der Nord/LB nun getragen werden müssen, dürften nicht auch noch durch die Risiken der Hamburger und Schleswig-Holsteiner ergänzt werden. Grascha sieht eine Gefahr auch deshalb, weil eine Fusion von Nord/LB und HSH womöglich dem Bankenplatz Hannover schaden könne – es drohe ein Szenario, dass die Zentrale einer derart vergrößerten Landesbank dann in Hamburg angesiedelt werde.
Zwar steht die Nord/LB derzeit weitaus besser da als die HSH Nordbank, doch eigene Geschäfte mit Schiffskrediten und die Übernahme der Bremer Landesbank haben auch der Nord/LB Schwierigkeiten beschert. Die Bank hat für 2016 einen großen Verlust zu verkraften – und sie hat sich entschieden, schrittweise aus der Schiffsfinanzierung auszusteigen. Dies wirkt sich nun auch auf die landeseigene Hannoversche Beteiligungsgesellschaft (HannBG) aus, die für das Land Niedersachsen Beteiligungen hält – an VW und auch an der Nord/LB. Wie aus Landtagskreisen zu hören ist, muss die HannBG für ihre Nord/LB-Anteile voraussichtlich Wertberichtigungen von bis zu 400 Millionen Euro vornehmen. Der Wert der Nord/LB-Anteile beträgt dann nicht mehr 1,9 Milliarden, sondern vermutlich nur noch 1,5 Milliarden Euro. Im Jahr 2016 hat die HannBG in ihren aktuellen Geschäften wegen der niedrigen VW-Dividende einen Verlust von 62 Millionen Euro erzielt. Für dieses Jahr rechnet das Land aber mit einer höheren VW-Dividende.

