15. Juni 2020
Soziales

Jugendverbände fordern weitere Lockerungen

In einem offenen Brief haben verschiedene Jugendverbände den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) aufgefordert, in der nächsten Fassung der Corona-Verordnung weitere Lockerungen im Bereich der Jugendarbeit vorzunehmen. Der Landesjugendring, die Sportjugend, das Paritätische Jugendwerk und die Landesarbeitsgemeinschaft offene Kinder- und Jugendarbeit fordern, ab kommendem Montag die Beschränkung der Gruppengröße auf zehn Personen aufzuheben. Zudem sollten Übernachtungen wieder erlaubt werden, auch in Jugendherbergen oder Jugendbildungsstätten. All diese Schritte erfolgten jeweils in Kombination mit Abstands- und Hygienekonzepten.
Lesen Sie auch: Verbände klagen: Jugendgruppen bleiben de facto verboten Jugendgruppen dürfen sich frühstens ab Ende Juni wieder treffen Scharrelmann kritisiert Einschätzung der Landesregierung
Besonders mit Blick auf die nahenden Sommerferien sehen die Jugendverbände Handlungsbedarf. In dieser Phase könne sich das Problem noch verschärfen, da Eltern auf kommerzielle Betreuungsangebote zurückgreifen müssten, schreiben die Träger der Kinder- und Jugendarbeit in einer Pressemitteilung. Zudem hätten junge Menschen „das dringende Bedürfnis, sich mit Gleichaltrigen zu treffen und die Ferien gemeinsam zu verbringen“. Unverständnis zeigen die Verbände darüber, dass es für Erwachsene bereits zahlreiche Lockerungen gab, explizit für Jugendliche aber kaum. In dem offenen Brief heißt es dazu: „Während Erwachsene im Fitnessstudio trainieren, Restaurants, Bars und Cafés besuchen und touristische Reisen unternehmen können, bleibt jungen Menschen die Teilhabe an gesellschaftlichen Aktivitäten ohne ihre Eltern weitestgehend verwehrt.“
Niklas Kleinwächter
AutorNiklas Kleinwächter