Jobangebot, gebrochenes Vertrauen: Rot-Grün in Hannover streitet über Axel von der Ohe
Was wird aus Axel von der Ohe? Es scheint so, als manövriere sich der Erste Stadtrat aus Hannover gerade ins Aus. Ein vertrauliches Gespräch wurde öffentlich.
Was wird aus Axel von der Ohe? Es scheint so, als manövriere sich der Erste Stadtrat aus Hannover gerade ins Aus. Ein vertrauliches Gespräch wurde öffentlich.
Ein Foto aus der Zeit vor dem zermürbenden Wahlkampf – Belit Onay (links) und Axel von der Ohe. | Foto: Landeshauptstadt Hannover
Ein Politikum mit brisantem Inhalt kursiert seit Anfang November in Niedersachsen: Die Gespräche über ein grün-rotes Bündnis im Rat der Landeshauptstadt hängen an einer wichtigen Personalie: Wird der Erste Stadtrat Axel von der Ohe (SPD), der im September OB-Kandidat seiner Partei war, weiterhin im Rathaus arbeiten? Es heißt, dass die Grünen das als Affront auffassen würden, da das Verhältnis zwischen von der Ohe und OB Belit Onay belastet ist. Aber einen Ausweichposten hat von der Ohe nun offenbar abgelehnt. Es ging um die Geschäftsführung der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg. Was steckt hinter dieser Entwicklung?
Christoph Meineke (Mitte) wurde 2023 zum Geschäftsführer bestellt. Links OB Belit Onay, rechts OB Thorsten Kornblum. | Foto: Landeshauptstadt Hannover
Was wird aus der Metropolregion? Die Rede ist davon, dass in dem Gespräch zwischen Lies und Axel von der Ohe ein Betrag von 140.000 Euro jährlich als Verdienst erwähnt worden sein soll. Das wäre mehr als das, was der scheidende Geschäftsführer Christoph Meineke erhält. Der parteilose Meineke, zuvor Bürgermeister von Wennigsen, ist seit 2023 im Amt. Aus gesundheitlichen Gründen scheidet er zum 1. April 2027 aus. Die Metropolregion umfasst die Städte Hannover, Braunschweig, Göttingen und Wolfsburg – sowie viele kleinere Kommunen dazwischen. Sie verknüpft Wirtschaft, Kommunen, Wissenschaft und Landespolitik. Sie sorgt für Standortwerbung und ebnet den Weg für Zuschüsse zu Innovationsvorhaben, etwa in der Mobilität. Über den neuen Geschäftsführer entscheidet der Aufsichtsrat, in dem das Land nur eine Stimme hat. Praktisch würde eine Verständigung zwischen der Landesregierung und den Oberbürgermeistern von Hannover und Braunschweig aber wohl ausreichen, um die Personalie zu bestimmen. Eine zusätzliche Einbindung der Unternehmerverbände ist wohl ratsam – diese sollen jedoch schon betont haben, dass man „keinen politischen Versorgungsfall“ als Meineke-Nachfolger akzeptieren wolle. Die Bewerbungsfrist ist bereits Ende September abgelaufen, mehr als 50 Interessenten sollen sich gemeldet haben – und Axel von der Ohe war nicht darunter. Auch dieser Zusammenhang ist pikant, da der Posten trotz vieler bereits vorliegender Bewerbungen offenbar ein Gesprächsthema zwischen Lies und Axel von der Ohe war.