(rb) Niedersachsen wird als erstes Bundesland Prämien an Landwirte zahlen, die auf das Kürzen von Ringelschwänzen bei Mastschweinen und von Schnäbeln bei Legehennen verzichten. Nach Angaben von Landwirtschaftsminister Christian Meyer, der diese Maßnahme jetzt gestartet hat, waren dafür 250 Anträge von Legehennen- und Schweinehaltern eingegangen. Im ersten Jahr würden 108 Betriebe mit ca. 112 000 Mastschweinen und 126 Betriebe mit rund 540 000 Legehennen gefördert. Pro Schwein gibt es 16,50 Euro, pro Henne 1,70 Euro. Für die Schweinehalter stünden dafür 1,9 Millionen Euro, für die Legehennenhalter etwa 900 000 Euro zur Verfügung. Erfreulicherweise seien an der Ringelschwanzprämie sowohl Bio- als auch konventionelle Betriebe beteiligt, letztere sogar zu zwei Dritteln. Belohnt werde jedoch nicht nur der Verzicht auf das Coupieren, sondern der intakte Ringelschwanz gelte als anerkannter Indikator für das Tierwohl in der Schweinehaltung, sagte Meyer. Dafür müssten viele Faktoren beachtet werden, angefangen von der Ferkelaufzucht über Stroheinstreu und Beschäftigungsmaterial bis hin zu Stallklima, Platzangebot und intensiver Beobachtung der Tiere.
(rb) Umweltminister Stefan Wenzel will die Klimaschutzziele des Landes in einem Klimaschutzgesetz verankern. In der dritten Beratung des Runden Tisches Energiewende am vergangenen Freitag in Hannover sei in einem Gutachten nachgewiesen worden, dass bis zum Jahr 2050 eine Reduktion der niedersächsischen Treibhausemissionen um mindestens 80 Prozent möglich sei. Nach der Berechnung der Gutachter würden die Stromkosten bei einer kompletten Umstellung auf erneuerbare Energien nicht höher ausfallen als unter Beibehaltung des heutigen Systems. Es sprächen also gute Gründe dafür, die erneuerbaren Energien weiter ambitioniert auszubauen, sagte der Leiter des Gutachterteams, Professor Martin Faulstich vom Clausthaler Umwelttechnik-Institut CUTEC.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #226.