Kerstin Tack, Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Niedersachsen, ist alarmiert von der steigenden Armut im Land. Wie aus dem bundesweiten Armutsbericht des Paritätischen für 2025 hervorgeht, liegt die Armutsquote in Niedersachsen mit 17,4 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 16,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr (16,9 Prozent) leben noch mehr Menschen unterhalb der Armutsgrenze. „Immer mehr Menschen in Niedersachsen geraten unter Druck, während gleichzeitig über Kürzungen sozialer Leistungen diskutiert wird. Dies schürt Angst und Unsicherheit und spielt Populisten und Extremisten in die Hände“, kritisiert Kerstin Tack. Besonders hoch ist die Armutsquote mit 20,8 Prozent in der Region Weser-Ems. Auch die größten Städte im Land liegen mit 16,4 Prozent (Hannover) und 16,7 Prozent (Braunschweig) über dem Bundesdurchschnitt. Insgesamt, so der Paritätische, gebe es ein starkes regionales Gefälle. Im Süden Deutschlands ist Armut deutlich weniger verbreitet als im Norden und Osten. Als arm gilt (vereinfacht gesagt), wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in der Bevölkerung zur Verfügung hat.


