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Fachkräftemangel: Aktuell hat Hinsch zufolge jedes zweite Mitgliedsunternehmen Probleme, offene Stellen zeitnah zu besetzen. Bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen falle es immer schwerer, ausreichend qualifizierte Bewerber zu finden. Der IHK-Präsident kritisierte die Mittel-Kürzung an den niedersächsischen Berufsschulen. Es ergebe keinen Sinn, dass betont werde, dass man Fachkräfte für die Zukunft brauche, aber gleichzeitig in den Berufsschulen die Mittel zurückfahre. „Wir müssen nicht weniger, sondern mehr in Berufsschulen investieren“, sagte Hinsch. „Eine Unterrichtsversorgung von 90 Prozent wie im Jahr 2017 ist nicht ausreichend, sondern mangelhaft.“ Weil verwies darauf, dass die Unterrichtsversorgung bereits erhöht worden sei. Ziel sei eine weitere Steigerung. Man könne in einem Flächenland natürlich sofort die Versorgung erhöhen, wenn man die Ausbildung an weniger Standorten konzentrieren würde. „Wir wollen aber weiterhin eine ortsnahe Ausbildung“, machte Weil deutlich.
Die Analyse der Landesregierung ist gut, man muss sie aber auch umsetzen. Die beste Analyse nützt nichts, wenn man es hinterher verdribbelt.
Steuern: Hinsch machte darauf aufmerksam, dass viele Staaten ihre Steuern inzwischen auf unter 25 Prozent gesenkt hätten. In Deutschland würden Unternehmen hingegen durchschnittlich mit über 30 Prozent besteuert. Der IHK-Präsident erklärte im Gespräch mit dem Rundblick, die Unternehmen, die international tätig sind, agierten nach unterschiedlichen Kriterien. Ein Kriterium sei der Steuersatz, der in den USA inzwischen deutlich niedriger sei. „Daran müssen wir uns gewöhnen. Dadurch entsteht auch Wettbewerb“, so Hinsch.
Kritik gab es seitens der IHK noch an der Verkehrspolitik der Stadt Hannover. Es werde nicht mehr in die Schnellwege investiert, Brücken würden gesperrt, Hauptverkehrsadern zurückgebaut. Kunden stimmten mit den Füßen ab und wanderten in den Online-Handel ab. „Wollen wir das?“, fragte Hinsch. Wer in einer Landeshauptstadt über den Tellerrand eines Stadtviertels hinausschaue, müsse in alle Verkehrsträger investieren. „Als Landeshauptstadt eines Flächen- und Autolandes den Autoverkehr bewusst zu erschweren, ist kleinkariert. Kleinkartiert ist nicht gut für die Entwicklung dieser Stadt. Wir brauchen einen größeren Horizont.“

