
Heiner Wilmer, frisch gewählter Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, verlässt das Bistum Hildesheim. Wie am Donnerstagmittag bekanntgegeben wurde, hat Papst Leo XIV. Heiner Wilmer zum neuen Bischof von Münster ernannt. Er übernimmt damit die Führung einer der größten Diözesen in Deutschland, dem Bistum Münster gehören knapp 1,7 Millionen Katholiken an. Das Bistum Hildesheim zählt weniger als 500.000 Mitglieder. Wilmer bleibt auch nach diesem Wechsel beruflich mit Niedersachsen verbunden: Das Bistum Münster hat zwar sein Zentrum in Nordrhein-Westfalen, der Offizialatsbezirk Oldenburg liegt aber nördlich der Landesgrenze in Niedersachsen. „Mit der Berufung von Bischof Heiner nach Münster ist absehbar, dass für das Bistum Hildesheim in den kommenden Monaten eine prägende Wegstrecke zu Ende gehen wird“, erklärte der Hildesheimer Generalvikar Martin Wilk. „In den vergangenen Jahren hat er unser Bistum in herausfordernden Zeiten mit Klarheit, geistlicher Orientierung und großer Verantwortung begleitet.“ Der im Emsland geborene Wilmer ist 2018 nach Hildesheim gekommen. Seitdem hat er nicht zuletzt die Aufklärung rund um die Fälle von sexualisierter Gewalt im Bereich der katholischen Kirche engagiert vorangetrieben. Die jüngste Studie, die er zu diesem Thema in Auftrag gegeben hat, wird nun auch noch die Vorgänge bis in die Zeit seiner Amtsführung hinein beleuchten. Mit seinem Weggang verliert das Bistum nun ein Oberhaupt, das besonders durch seine präzisen Analysen sowie durch seine ruhige und bescheidene Art positiv aufgefallen war. Generalvikar Wilk weist gleichwohl darauf hin, dass das Bistum handlungsfähig und orientiert bleibe: „Viele engagierte Menschen tragen Verantwortung in unserem Bistum. Gemeinsam werden wir die kommenden Schritte verlässlich gestalten.“ Über das weitere Verfahren wolle das Bistum zeitnah informieren. Kirchenrechtlich ist es so, dass auf Grundlage des Preußen-Konkordats von 1929 nun das Domkapitel, die Bischöfe der Diözesen auf dem Gebiet des ehemaligen Preußen und der Nuntius jeweils Vorschläge an die Bischofskongregation formulieren. Dieses Gremium wiederum erstellt daraus eine Liste von drei Kandidaten, die dem Papst vorgelegt wird. Formal ernennt der Papst danach den neuen Bischof.


