Detlef Bade, Präsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, fordert einen vollbezahlten Mutterschutz für selbstständige Betriebsinhaberinnen. Die steuer- und beitragsfinanzierten Leistungen bei Mutterschafts- und Elterngeld seien derzeit vor allem auf die Situation von Angestellten zugeschnitten und böten selbstständigen Frauen und Gründerinnen keine ausreichende Unterstützung.

„Selbstständige können sich vor und nach der Geburt ihres Kindes keine längere Auszeit leisten und müssen eine Vertretung selbst organisieren. Die mangelnde Absicherung während und nach der Schwangerschaft kann dazu führen, dass Aufträge nicht mehr bearbeitet werden können, die betrieblichen Einnahmen wegbrechen und Beschäftigte entlassen werden müssen, was letztlich in die Insolvenz oder sogar in eine Schulden- und Armutsfalle münden kann“, sagte Bade bei einer Vollversammlung der Handwerkskammer in Stade.
Die Handwerkskammer beschloss eine Resolution, wonach das Sozialgesetzbuch (SGB) geändert werden soll, um die Einkommensverluste selbstständiger Handwerkerinnen zu kompensieren. Zudem sprach sich die Versammlung für Anpassungen beim Elterngeld und mehr verlässliche Kinderbetreuungsangebote aus.


