Andreas Philippi | Foto: MI/Sascia Philippi

Als zu Jahresbeginn 2023 ein neuer Sozialminister engagiert werden musste, kam Andreas Philippi quasi wie die Jungfrau zum Kinde. Er hatte in der Folgezeit erkennbare Probleme, sich in die Materie einzuarbeiten. Dann folgten aber gerade im Jahr 2024 sehr lange und intensive Gespräche zwischen Bund und Ländern über die von Karl Lauterbach angeschobene Gesundheitsreform. Bald zeigte sich als großer Vorteil, dass Philippi als jemand, der lange als Krankenhausarzt gearbeitet hat, sich in jeder Verästelung des komplizierten Gebildes gut auskannte. Im Kreis der Länder-Sozialminister war er in dieser Phase einer der Stärkeren – und das hat auch seine Stellung im Landeskabinett gefestigt. Bei den Themen Arbeitsmarkt, Gleichstellung, Migration und Integration ist er nicht der versierteste Politiker, doch wegen der Dominanz des Gesundheitsthemas fiel das weniger auf. Etwas holprig war der Versuch einer Reorganisation des Ministeriums, der die Eigenständigkeit der Abteilung für Gleichstellung gefährdet hätte. Es gab einen Aufschrei von frauenpolitischen Organisationen – und am Ende einen Erfolg für Philippi. Er musste die Sparpläne, die ihm erst auferlegt worden waren, nicht mehr umsetzen. Die auf Druck der Staatskanzlei zunächst geplante Kürzung einer Abteilung fiel aus.