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Die Grünen im Landtag verstärken nun auch den Druck auf die Landesregierung, die Bedingungen für die Beschäftigten in der Branche zu verbessern. Als Gast hatte sich die Fraktion Matthias Brümmer von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eingeladen, der ein düsteres Bild der Branche zeichnete. Brümmer sprach von „Sauereien in der Fleischwirtschaft, um Gewinne zu genieren auf den Knochen von vielen Menschen aus Osteuropa“. „In manchen Betrieben wird 90 Prozent über Werkverträge abgewickelt – zu übelsten Arbeitsbedingungen, zu übelsten Unterbringungsbedingungen und zu mieser Bezahlung.“ Das seien auch keine Einzelfälle. „Wir haben das große Problem, dass es in der Herde unheimlich viele schwarze Schafe gibt, so dass man die weißen kaum noch sieht“, sagte Brümmer.
NGG verweigert Teilnahme am Runden Tisch
Für Freitag plant die Landesregierung per Videokonferenz einen Runden Tisch der Fleischbranche, an dem auch Wirtschaftsminister Bernd Althusmann und Agrarministerin Barbara Otte-Kinast teilnehmen sollen. Die NGG wolle sich daran nicht beteiligen, erklärte Brümmer. Man habe in den vergangenen Jahren schließlich auch nicht viel vom Wirtschaftsminister gehört und werde sich nicht an Runden Tischen beteiligen, „die in Kaffeerunden ausarten“. Bei den Grünen herrscht die Sorge, die Landesregierung in Hannover könne versucht sein, den geplanten Kurs der Bundesregierung zum Verbot der Werkverträge zu hintertreiben.
Offiziell wird Brümmer zufolge in der Branche derzeit der Mindestlohn von 9,36 Euro pro Stunde gezahlt. Es seien aber Zweifel angebracht, ob das in allen Fällen wirklich immer so sei, nur weil es auf dem Papier stehe. Während der Zugang zum Betrieb vielfach digital erfasst werde, stehe die Arbeitszeit handschriftlich auf dem Papier. Wenn dann jemand 16 Stunden vor Ort gewesen sei, werde gesagt, derjenige haben davon sechs Stunden lang in der Kantine gesessen. Dass die Branche als Reaktion auf eine Abschaffung der Werkverträge wie angedroht in größerem Umfang nach Osteuropa abzieht, hält der NGG-Funktionär für unrealistisch. Die Tiere seien schließlich hier in Deutschland, zudem schlachteten die großen Betriebe bereits heute auch im osteuropäischen Ausland. „Warum beliefern sie dann nicht jetzt schon den deutschen Markt von dort?“, fragte Brümmer.


