Geringere Zuschüsse für Bahn-Unternehmen?
Angesichts ärgerlicher Zugausfälle könnte das Land laut Schulz-Hendel den Druck auf die Unternehmen auch erhöhen. So sei eine schärfere Zuschusskürzung als bisher bei zu vielen Ausfällen denkbar. Auch eine Sonderkündigung des Vertrags müsse ins Auge gefasst werden, wenn ein Eisenbahnunternehmen dauerhaft nicht in der Lage sei, seine vertraglichen Verpflichtungen sauber zu erfüllen. Der Abgeordnete spielt dabei auf die Nordwestbahn an, die immer wieder durch Zugausfälle negativ auffällt. Der „Verkehrsverbund Rhein-Ruhr“ hatte den privaten Bahnbetreiber bereits abgemahnt und einen externen Berater eingefordert, der nach Schwachstellen im Betrieb suchen soll. Für den Landtagsabgeordneten der Grünen hapert es häufig bereits an den Verträgen. Die Personalbemessung sei originäre Aufgabe der Unternehmen. Dieser Bereich sollte Schulz-Hendel zufolge aber schon in den Verträgen präzise geregelt werden, damit auch bei Urlaub und Krankheit genügend Mitarbeiter zur Verfügung stünden. Es dürfe bei Ausschreibungen nicht nur auf die Kosten geschaut werden, vielmehr müsse auch die Qualität eine große Rolle spielen. Zudem müsse das Landesverkehrsministerium das Gespräch mit dem Bund suchen, weil die Bahn im Fernverkehr mit teilweise hohen Prämien Lokführer bei regionalen Anbietern abwerbe. „Wenn ein Staatsunternehmen hohe Ablösesummen zahlt und damit bei den regionalen Anbietern wildert, muss man darüber mit dem Bundesverkehrsminister sprechen“, fordert er.Lesen Sie auch: Zugausfälle: Landesregierung kämpft mit Leitfaden gegen künftige Sturmtiefs
Insgesamt ist die Ausfallquote bei Regionalzügen höher als 1,3 Prozent, weil zu den ungeplanten Vorkommnissen noch die durch Baumaßnahmen vorher bekannten Ausfälle hinzukommen. Dadurch fielen von Januar bis Mai in Niedersachsen fast 14.000 Züge aus, das ist eine Quote von weiteren 1,5 Prozent.


