(rb) Hannover. Die Landtagsgrünen streben eine vollständige Transparenz bei der Finanzberatung, bei Geldanlagen, Beteiligungs- und Vermögensverhältnissen sowie Steuerveranlagungen in Deutschland und Europa, am besten weltweit an. „Es muss noch sehr viel getan werden, um echte Transparenz herzustellen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Helge Limburg, am Dienstag vor Journalisten mit Blick auf die Aktuelle Stunde des Landtags, die die Grünen für diesen Mittwoch unter der Überschrift „Nach den #PanamaPapers: Schlupflöcher endlich schließen, Steuergerechtigkeit herstellen.“ beantragt haben. Das auf EU-Ebene bereits beschlossene Unternehmensregister müsse von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble effektiv umgesetzt werden, die Kontrollen von privaten und öffentlichen Banken verschärft sowie die von Geldinstituten vermittelten oder getätigten Transaktionen mit Briefkastenfirmen und Offshore-Konten drastischer sanktioniert werden, forderte Limburg. In diesem Zusammenhang begrüßte er die am Dienstag getroffene Entscheidung des Landeskabinetts, eine Bundesratsinitiative zur Schaffung von mehr Transparenz bei Steueroasen und Briefkastenfirmen auf den Weg zu bringen. Am Ende sollen auf diese Weise Steuerschlupflöcher geschlossen, Steuerkriminalität bekämpft sowie die internationale Zusammenarbeit zur Förderung von Transparenz und des Informationsaustausches verbessert werden. Die wirtschaftlichen Profiteure von Steuerflucht und -hinterziehung sollen besser identifiziert und zur Besteuerung herangezogen werden können. Darüber hinaus werden in dem Entschließungsantrag für den Bundesrat entsprechende Gesetzesänderungen gefordert, um künftig härter gegen Finanzinstitute vorgehen zu können, die nachweislich Beihilfe zum Steuerbetrug leisten. Dabei spiele der Gesetzentwurf zur Bekämpfung von systematischen Steuerstraftaten im Bankenbereich eine wichtige Rolle, der auf Initiative Niedersachsens 2013 und erneut 2014 in den Bundestag eingebracht wurde, teilte die Landesregierung mit. Ferner sollen Bund und Länder u.a. prüfen, ob Steuerpflichtige jede Beteiligung an oder wirtschaftliche Beziehungen zu Unternehmen in Offshore-Staaten offenlegen müssen und ob Banken oder andere Dienstleister, die entsprechende Geschäftsbeziehungen vermitteln, diese künftig anzeigen müssen.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #71.