Generalleutnant: Bundeswehr ist nach wie vor wehrhaft
Immer wieder machte die Bundeswehr in diesem Jahr Schlagzeilen, weil ihre Fahrzeuge nicht mehr einsatzbereit waren oder ihnen Ausrüstung komplett fehlte. Dennoch sei die Bundeswehr nach wie vor wehrhaft, sagt der Generalleutnant des Heeres Carsten Jacobson im Gespräch mit dem Politikjournal Rundblick. „Beim Heer haben wir alle bisherigen Aufgaben erfüllt, ohne dass es Einschränkungen gab.“ Das Defizit kommt hauptsächlich dadurch zustande, dass die Bundeswehr in den vergangenen Jahrzehnten seit dem Ende des Kalten Kriegs immer mehr als Eingreiftruppe für das Ausland definiert wurde und dementsprechend ausgerüstet ist. Mit dem Konflikt in der Ukraine habe allerdings der Aspekt der Landes- und Nato-Bündnis-Verteidigung wieder an Bedeutung gewonnen. Und es zeige sich, dass die Bundeswehr derzeit an einigen Stellen Probleme bekommen könnte, diese Verpflichtungen zu erfüllen.
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Jacobson, der als Vize-Inspekteur des Heeres im Kommando in Strausberg die Einsätze steuert, nennt das Beispiel der Verteidigung am Boden gegen Angriffe aus der Luft. „Die Technik dazu ist in den vergangenen Jahrzehnten nicht gebraucht worden“, sagt Jacobson. In Afghanistan, wo er ein halbes Jahr stellvertretender Kommandeur der Mission „Resolute Support“ war, habe man mit Sprengfallen zu tun gehabt anstelle von Luftangriffen. Angesichts der Lage hatte der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels, vor kurzem gefordert, die Einsätze der Bundeswehr herunterzufahren und sich stärker auf einzelne Missionen zu spezialisieren. Jacobson sieht dafür noch keinen Bedarf. „Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, aber wir haben noch Handlungsspielraum in alle Richtungen.“ Um den beizubehalten, müsse man sich jetzt in der Bundeswehr intensiv mit der Ausrüstung auseinandersetzen. „Da besteht ein erheblicher Nachholbedarf.“Dieser Artikel erschien in Ausgabe #215.