Im hannoverschen Rathaus herrscht aktuell ein Zerwürfnis zwischen Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) und dem parteilosen Personal- und Kulturdezernenten Harald Härke. Schostok hat im Verwaltungsausschuss mitgeteilt, dass gegen Härke ein Disziplinarverfahren in Gang gesetzt werden soll. Es steht der Verdacht im Raum, er habe seine Lebensgefährtin protegieren wollen – und ihr helfen wollen, einen Job im Kulturbüro der Stadt zu bekommen. Die Lebensgefährtin ist bisher schon Stadtbeschäftigte, aber auf einem niedriger besoldeten Posten. Angeblich soll der Oberbürgermeister Härke nahegelegt haben, sich in den vorzeitigen Ruhestand versetzen zu lassen, was dieser aber abgelehnt habe. Der Vorgang ist deshalb schicksalhaft für Schostok, weil der für sein zuweilen rustikales Auftreten bekannte Härke seit langem zu den mächtigsten und einflussreichsten Dezernenten in der Stadtverwaltung gehört, lange Zeit galt er auch als Vertrauter des Oberbürgermeisters. Zuweilen hieß es, Härke habe sich zum „starken Mann im Rathaus“ entwickelt, der zunehmend die Geschicke der Verwaltung bestimme.


