Franz Rainer Enste, Antisemitismus-Beauftragter der Landesregierung von 2019 bis 2022, ist in der hannoverschen Marktkirche mit dem „Blickwechsel-Preis“ geehrt worden. Diese Auszeichnung vergibt der Verein „Begegnung Christen und Juden“ in Niedersachsen. Dessen Vorsitzender Jens Wening sagte, Enste habe sich stets der „tödlichen Seuche des Antisemitismus entgegengestellt“ und die Gefahren immer klar benannt. Antisemitismus sei nicht wie ein leichter Schnupfen – wenn man ihn für einen harmlosen Schnupfen halte und sich nicht schütze, werde man ihn nie wieder los.

In Anspielung auf den bayerischen Vize-Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger sagte Wening, man müsse all denen etwas entgegnen, die meinten, die Taten eines 17-jährigen Schülers müsse man nach 35 Jahren „auch mal gut sein lassen“: „Mit der Zeit wird Antisemitismus eben nicht gut.“ Enste wurde in einer Laudation vom Bundes-Antisemitismusbeauftragten Felix Klein gewürdigt. Enste habe dem Amt, das er 2019 übernahm, ein Gesicht und eine Stimme gegeben.


