5. Juni 2017
Wirtschaft

Friesenbrücke: Finanzielle Beteiligung der Niederlande noch möglich

Beim geplanten Bau der Friesenbrücke bei Weener im Landkreis Leer ist eine finanzielle Beteiligung der Niederlande nicht ausgeschlossen. Ein Berater des deutsch-niederländischen Bahnprojekts „Wunderline“ sagte nach einer Sitzung des Landtags-Wirtschaftsausschusses in Hannover, die Niederländer hätten die Tür für eine finanzielle Beteiligung nicht geschlossen. Es brauche aber ausreichend Perspektiven, um Investitionen zu rechtfertigen. Wunderline gehe es um einen „Qualitätsimpuls“ auf der Strecke zwischen Groningen und Bremen, damit die Fahrgäste schneller von A nach B kämen. Man hoffe auf einen neuen Kompromiss mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt für einen schnelleren und besseren Zugverkehr auf der Strecke. Die Frage ist dabei, ob es angesichts von weniger als 200 Seeschiffen, die die Stelle im Jahr passieren, nicht auch weniger Einschränkungen für den Zugverkehr geben könnte. [caption id="attachment_16657" align="aligncenter" width="701"] Neue Brücke, neuer Platz: Für die Meyer-Werft wäre ein Neubau die bessere Variante[/caption] Auch das Landeswirtschaftsministerium rechnet derweil damit, dass die neue Brücke wegen des neuen Planfeststellungsverfahrens nicht vor dem Jahr 2024 fertig sein wird. Dennoch sprach Referatsleiter Richard Eckermann im Ausschuss von einer guten Entwicklung für die Region. Das Bundesverkehrsministerium hatte zuvor angekündigt, den Neubau zu unterstützen und auch Mehrkosten zu übernehmen. Eine Reparatur der durch eine Schiffskollision beschädigten Friesenbrücke würde rund 29 Millionen Euro kosten, ein Neubau voraussichtlich 15 bis 20 Millionen Euro mehr. Das Land Niedersachsen will fünf Millionen Euro beisteuern. Ein Neubau wäre im Interesse der Papenburger Meyer Werft, die dadurch Kreuzfahrtschiffe leichter überführen könnte. In dieser Woche wollen die Experten für Wasserstraßen im Bundesverkehrsministerium über das weitere Vorgehen beraten. Der Haushaltsausschuss des Bundestages muss der Übernahmen der Mehrkosten noch zustimmen. Lesen Sie auch:   Das Land Niedersachsen will die Zügel bei dem Projekt nicht komplett aus der Hand geben. „Wir koppeln die Zahlung der fünf Millionen Euro an die Forderung, in den Prozess eingebunden zu werden und ein Controlling zu ermöglichen“, erklärte Eckermann. Er wies noch einmal darauf hin, dass es das Land nicht selbst in der Hand hat. „Das Land kann nicht genehmigen und nicht beschleunigen. Es gibt keine direkten Einwirkungsmöglichkeiten.“ Der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Bley äußerte die Sorge, dass die Planungszeiten zu lange dauern. „Das versteht der Bürger nicht. Das muss schneller werden“, sagte Bley. https://soundcloud.com/user-385595761/friesenbrucke-kommt-doch-geld-aus-den-niederlanden
Dieser Artikel erschien in Ausgabe #104.
Martin Brüning
AutorMartin Brüning