8. Juli 2026 · 
P und PVerkehr

Fernverkehr in Niedersachsen gefährdet: EVG-Chef Rathsmann warnt vor Italo-Einstieg

Torsten Rathsmann, Landesvorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), fordert klare Regeln für den geplanten Einstieg des italienischen Fernverkehrsanbieters Italo. Das Unternehmen will ab April 2028 auf den Hauptachsen zwischen München, Köln, Dortmund, Berlin und Hamburg mit Expresszügen verkehren. „Niedersachsen verliert gleich mehrere Fernverkehrsanbindungen, wenn Italo unkontrolliert in den Markt drängen darf. Ein Flächenland wie Niedersachsen kann sich eine Bahn, die nur dort fährt, wo es sich für Investoren lohnt, schlicht nicht leisten“, warnt Rathsmann. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder müsse dem Wettbewerb „jetzt endlich klare Regeln geben, bevor es zu spät ist“. Die EVG begleitet ihre Forderung mit einer Werbekampagne unter dem Motto „Damit Deutschland nicht den Anschluss verliert“, die auf mehreren Bahnhöfen – unter anderem in Osnabrück – zu sehen ist. Unterstützung erhält die EVG vom Fahrgastverband Pro Bahn. Dessen stellvertretender Bundesvorsitzender Michael Koch begrüßt Wettbewerb im Fernverkehr grundsätzlich, mahnt aber: „Wettbewerb ist kein Selbstzweck. Er muss den Fahrgästen in der ganzen Republik nützen und nicht nur den Reisenden zwischen den Metropolen.“

Dieser Artikel erschien in Ausgabe #127.
Christian Wilhelm Link
AutorChristian Wilhelm Link

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