13. März 2020
Soziales

Es hagelt Absagen - das Land kommt zum Erliegen

Nicht nur Schulen, Kitas und Hochschulen sind ab Montag dicht. Auch bei allen anderen Versammlungen und Veranstaltungen müssen sich die Niedersachsen darauf einstellen, dass sie voraussichtlich eher nicht stattfinden werden. An diesem Freitag kamen minütlich Erklärungen mit Absagen im Rundblick-Postfach an. Hier ein kleiner Überblick. https://www.youtube.com/watch?v=Jo2mlgWvhdo&t=4s

Sport:

Der Landessportbund (LSB) empfiehlt seinen Mitgliedsvereinen und-verbänden, den Wettkampf-und Trainingsbetriebes ab sofort zunächst bis zum 19. April einzustellen. In einer Erklärung des LSB hieß es, man empfehle darüber hinaus die Absage beziehungsweise Verschiebung aller sonstigen Veranstaltungen und Aktivitäten. Auch die Akademie des Sports stellt den Tagungs- und Seminarbetrieb ein.

Religion:

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers hatte schon dafür plädiert, die anstehenden Konfirmationsfeiern möglichst zu verschieben. Nun empfiehlt sie ihren Gemeinden darüber hinaus, alle Gottesdienste, Andachten und Konzerte vorerst bis einschließlich 19. April abzusagen. „Die Ausbreitung des Virus muss konsequent entschleunigt werden. Dazu gehört leider auch die schmerzliche Absage von Gottesdiensten“, sagte Landesbischof Ralf Meister. https://twitter.com/kirchehannovers/status/1238431316032598018 Die Schura Niedersachsen appellierte an alle Gemeinden, Moscheen und Bildungszentren häufiger zu lüften und Gebetsteppiche zu desinfizieren. „Wer möchte, kann auch seinen eigenen Gebetsteppich mitbringen“, heißt es in einem Schreiben der Schura an die Mitgliedsgemeinden.

Wirtschaft:

Bei den Industrie und Handelskammern finden vorerst keine Prüfungen mehr statt. Allein bei der IHK Oldenburg sind davon nach Angaben der Kammer mehr als 3000 Prüfungsteilnehmer betroffen. „Die Entscheidung dient dem Schutz der Gesundheit aller, und das hat für uns oberste Priorität“, erklärte Hauptgeschäftsführer Thomas Hildebrandt. Auch bei den Handwerkskammern hat die Krise folgen. So stellt die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim Aus- und Weiterbildungsaktivitäten vorübergehend ein, das gilt auch für den Campus Handwerk der Handwerkskammer Hannover.
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Wirtschaft:

Bei den Industrie und Handelskammern finden vorerst keine Prüfungen mehr statt. Allein bei der IHK Oldenburg sind davon nach Angaben der Kammer mehr als 3000 Prüfungsteilnehmer betroffen. „Die Entscheidung dient dem Schutz der Gesundheit aller, und das hat für uns oberste Priorität“, erklärte Hauptgeschäftsführer Thomas Hildebrandt. Auch bei den Handwerkskammern hat die Krise folgen. So stellt die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim Aus- und Weiterbildungsaktivitäten vorübergehend ein, das gilt auch für den Campus Handwerk der Handwerkskammer Hannover. Der Autozulieferer Continental verschiebt seine Hauptversammlung. Sie sollte eigentlich am 30. April stattfinden. „So sehr wir die Verschiebung unserer Hauptversammlung bedauern, so sehr unterstützen wir das Bestreben der Behörden, die Ausbreitung der Coronavirus-Infektion einzudämmen“, sagte Conti-Chef Elmar Degenhart. https://www.youtube.com/watch?v=UpnLWTqbE1k&t=3s

Gedenkstätten:

Die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten teilte mit, dass ab Montag in der Gedenkstätte Bergen-Belsen und der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel keine Veranstaltungen und betreuten Bildungsangebote mehr stattfinden. Die Ausstellungen sowie die Bibliotheken und Archive sind für den Besucherbetrieb geschlossen. Das Außengelände der Gedenkstätte Bergen-Belsen ist weiterhin frei zugänglich.

Landwirtschaft:

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) hat alle Veranstaltungen bis einschließlich 17. April abgesagt. Dazu zählen der LWK zufolge Seminare, Informationsveranstaltungen, Tagungen, Arbeitskreistreffen, Messe- und Pressetermine. „Wir haben das Wohl all unserer Besucherinnen und Besucher im Blick – daher finden ausdrücklich auch kleinere, regionale Veranstaltungen mit relativ kleinen Teilnehmerzahlen nicht statt“, erklärte Kammerdirektor Hans-Joachim Harms.

Hotel- und Gaststättengewerbe:

Die Corona-Krise trifft sogar die Niedersächsischen Jugendmeisterschaften im Gastgewerbe. Sie sollten eigentlich am 18. und 19.3. in Oldenburg stattfinden. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband sagte den Wettbewerb allerdings ab.

Der Wünschewagen des ASB:

Sogar die Wunschfahrten für sterbenskranke Menschen können erst einmal nicht stattfinden. Das teilte der Arbeiter-Samariter-Bund mit. Der ASB-Wünschewagen bleibe vorerst in der Garage. „Dieser Schritt fällt uns schwer. Allerdings ist es unser Anspruch, dass jede Wunschfahrt durch qualifizierte ehrenamtliche Helfer begleitet wird, die über medizinisches oder pflegerisches Fachwissen verfügen – wichtige Berufsgruppen, die gerade jetzt in der Corona-Krise im Gesundheitswesen dringend gebraucht werden“, sagt Wünschewagen-Sprecherin Julia-Marie Meisenburg. Zudem gehe es auch um den Schutz der Fahrgäste.
Martin Brüning
AutorMartin Brüning