Parteitag unter Polizeischutz: Die AfD tagte Anfang Dezember in Hannover - Foto: KW[/caption]
Der Landespolizeipräsident berichtet von einer „Fünf-Finger-Taktik“ des aggressiven Teils der Demonstranten: Sie hätten sich schon Stunden vor dem Parteitag in verschiedenen Farben (etwa mit Mützen) kenntlich gemacht, seien dann erst geschlossen erschienen, hätten sich dann kurz vor den Absperrungen aufgeteilt, geschickt die Polizeikontrollen umgangen und hinterher wieder vereinigt. Viele gewaltbereite Teilnehmer seien früh angereist und hätten immer wieder versucht, die Polizei mit verschiedenen Aktionen an verschiedenen Orten zu provozieren oder auszutricksen. Das Ziel sei gewesen, die Polizisten abzulenken und den Polizeieinsatz zu schwächen. Binias ist aber zufrieden, dass diese Taktik nicht aufgegangen sei: „Wir hatten weder brennende Barrikaden und Fahrzeuge, noch Plünderungen.“ Allerdings räumte er ein, dass Demonstranten Steine und Flaschen auf Polizisten geworfen hatten, einige aus Göttingen angereiste Protestteilnehmer seien vermummt gewesen. Einige Gruppen hätten Feuerwerkskörper gezündet oder versucht, Straßenzüge zu verstellen.
Auf einer Kreuzung in der Nähe des Tagungsortes wurde eine „Metallpyramide“ errichtet und an einem Gullideckel befestigt – mit dem Ziel, die Zufahrt zu versperren. Demonstranten steckten ihre Hände in die Pyramide, bildeten eine lebende Blockade, die von den Polizisten nur schwer geräumt werden konnte. Nun klagt ein Beteiligter, Sozialarbeiter aus dem Kreis Schaumburg, er sei von einem Polizisten, der die „Pyramide“ beseitigen wollte, schwer verletzt worden und habe einen doppelten Beinbruch erlitten. Die Staatsanwaltschaft untersucht den Fall – der Innenausschuss verzichtete deshalb darauf, diesen Fall bewerten zu wollen. Auf Nachfragen von Julia Hamburg (Grüne) erklärte Polizeisprecher Lange lediglich, dass er ein verspätetes Erscheinen des Rettungswagens nicht bestätigen könne. Hamburg hatte Hinweise erhalten, dieser sei erst nach 30 Minuten erschienen.


