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„In Hannover reicht offenbar eine Klage der sogenannten Deutschen Umwelthilfe aus, dass die Landeshauptstadt in vorauseilendem Gehorsam weitreichende Eingriffe in die Rechte Einzelner vornimmt, ohne überhaupt eine Gerichtsverhandlung abzuwarten“, wundert sich Schmidt. Das hänge möglicherweise auch mit der Strategie des hannoverschen Umweltdezernats zusammen, den Individualverkehr weiter einzuschränken und Fahrbahnen zurückzubauen. „Es drängt sich für uns der Eindruck auf, dass es der politischen Führung dieser Stadt offensichtlich nicht nur um Grenzwerte, sondern um einen ideologisch motivierten Feldzug gegen den Individualverkehr geht“, sagt Schmidt. [caption id="attachment_36035" align="aligncenter" width="780"]
„Keine Puppenstube für verkehrspolitische Experimente": Horst Schrage (links) und Volker Schmidt bei der Pressekonferenz in Hannover- Foto Tim Schaarschmidt[/caption]
Er attestierte der politischen Führung der Landeshauptstadt einen „bemerkenswerten intellektuellen Spagat“. Auf der einen Seite lasse sie keine Gelegenheit aus, Hannover als bedeutenden Standort der Autoindustrie zu verkaufen und verweise dabei auf Volkswagen, Continental oder Wabco. Deren Gewerbesteuer und die Lohnsteuer der Beschäftigten trügen maßgeblich zur Finanzierung des städtischen Haushalts bei. Zugleich seien die Verantwortlichen vorne dabei, die Hysterie und Unsicherheit über die Zukunft des Automobils zu schüren – und das in einer Phase, in der eine ganze Industrie durchgerüttelt werde. Schmidt wünscht sich, dass sich Hannover die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf zum Vorbild nimmt. Dort würden Fahrverbote ausdrücklich abgelehnt. Düsseldorf wolle gegebenenfalls den Rechtsweg beschreiten, weil das Prinzip der Verhältnismäßigkeit nicht gewahrt sei.
Niedersachsenmetall und IHK Hannover sehen im Streit um Diesel-Fahrverbote auch die Landesregierung in der Pflicht. Sie könne die Landeshauptstadt anweisen, nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts den Klageweg zu gehen. Dann käme der Fall an das Oberverwaltungsgericht Lüneburg. Es könne durchaus sein, dass die Stickoxidwerte bis dahin so weit gesunken seien, dass das Thema schon gar nicht mehr diskutiert werde, meint Schmidt.

