Seid ihr immer so entspannt, fragte der Kellner. Das war vor ein paar Wochen, der zweite Urlaubstag in einem Café im Berliner Nikolai-Viertel. Auf unser ersehntes Frühstück hatten wir eine Weile warten müssen. Der Koch war noch nicht da, es gab nur Kaffee. Wir haben doch Urlaub, antwortete ich. Da war der Kellner wie elektrisiert. Denn diese Einstellung scheint selten geworden zu sein. Er berichtet: von Gästen, die sich aufregen. Urlaubern in Eile. Touristen mit Terminplänen.
Bei uns stand zwar auch noch etwas Kultur auf dem Programm. Aber wir hatten uns bewusst dafür entschieden, die Schlagzahl zu verringern. Insbesondere an Orten, an denen man so viel erleben kann, liegt doch der Wert in der Auswahl des Richtigen. An diesem Morgen, der schon zum Mittag geworden war, waren das ein ruhiger Platz in der Sonne, ein Milchkaffee oder auch zwei, eine gedruckte Zeitung und die beste Begleitung, die ich mir vorstellen kann.

Dieser Aggregatzustand der Gelassenheit gelingt mir im Alltag eher selten. Erst recht dann nicht, wenn ich im Arbeitsmodus bin. An mir ist einfach kein Ostfriese verlorengegangen, wie ich neulich in Emden lernen musste. Beim Tee mit Oberbürgermeister Tim Kruithoff habe ich so ziemlich alles verkehrt gemacht. Am schlimmsten war wohl mein Fauxpas beim Hinzugeben der Milch. Dafür verwendet man einen Löffel, habe ich gelernt. Und dann rührt man entgegen dem Uhrzeigersinn. Denn beim Teetrinken bleibt die Zeit stehen. Oder geht sie rückwärts?
Nur scheinbar bleibt die Zeit stehen, wenn man wieder endlos durch den Insta-Feed wischt. Da wollte man nur kurz ein Reel anschauen, und schon sind wieder 30 Minuten vergangen. Je nach Tageszeit muss man dann rasch aufstehen, einschlafen oder endlich vom Klo runter. Die große Kunst ist, den adäquaten Exit zur jeweiligen Situation zu finden. Viele von Ihnen kennen jedenfalls das Problem, das haben Sie mir neulich verraten, als ich gefragt habe, ob Sie zu viel am Smartphone daddeln. Hier die Übersicht:

Den neusten Rundblick zu lesen, ist natürlich nie verschwendete Zeit. Hier sind unsere heutigen Themen:
Tragen Sie heute und am Wochenende Sonnencreme. Die schützt und zaubert Urlaubsgefühle herbei. Genießen Sie das Wochenende!
Ihr Niklas Kleinwächter


