Überall Sorgen, Sorgen, Sorgen. Kein Wunder, dass die Stimmung im Keller ist. Und wer trägt die Schuld daran? Natürlich wir! Ich bitte vorsorglich um Entschuldigung, falls unsere heutige Berichterstattung Ihnen das sonnige Gemüt verhageln sollte. Aber, so leid mir das manchmal auch tut: Die schlechten Nachrichten gehören nun mal zu unserem Geschäft.
Gestern konnten Sie an dieser Stelle lesen, wie Klaus Wallbaum unsere Top-Themen besonders sorgenvoll bewarb: Sorge um die Kartoffeln, Sorge um die Wirtschaft, Sorge um Hannovers SPD, Sorge um den Landtagsdirektor. Nun war das reichlich übertrieben und gut erkennbar verspieltes Stilmittel. Die Sorgen der Wirtschaft waren sogar so wenig neu für uns, dass wir in der Redaktionskonferenz tatsächlich überlegt haben, ob sich die Botschaft durch Wiederholung nicht abnutzt.

Allerdings stieß das Sorgen-Stakkato mindestens bei einer Leserin sauer auf: „Da macht Frau den Rundblick auf und liest nur … Sorge, Sorge, Sorge“, schrieb die neue Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung, Anikó Glogowski-Merten, in ihrer Instagram-Story und ergänzte noch mit Sternchen: „Kein Wunder, dass die Stimmung im Keller zu sein scheint.“ Wir fragten kurz nach: Ist die Stimmung also im Keller, weil wir aufschreiben, was im Land so passiert? Nein, lenkte die frühere FDP-MdB ein – warnte aber vor einer selbstwirksamen Prophezeiung: Die Stimmung sei im Keller, weil alle über Sorgen schreiben beziehungsweise sprechen.
Nun frage ich mich: Wie geht es Ihnen? Also wirklich. Ist die Stimmung mies? Oder machen wir sie bloß mies? Ihre Einstellung interessiert mich. Stimmen Sie doch rasch ab, dann kann ich Ihnen noch vorm langen Wochenende an ebendieser Stelle ein total valides Stimmungsbild für Niedersachsen liefern: Ist die Stimmung schlechter als die Lage?
Ist die Stimmung schlechter als die Lage?
Die Lage nach dem ersten Plenartag:
Ich wünsche Ihnen einen stimmungsvollen Start in den Tag!
Ihr Niklas Kleinwächter


